von Jacob
Um 8.00 Uhr müssen wir schon aus dem Hotel um den morgendlichen Stau nach San Fran zu genießen und weil wir das Auto früh retournieren müssen. Wir fahren und genießen. Nicht ohne Nervenkitzel, unser Tank ist bei Fahrtbeginn weniger als ein Achtel voll. Wir rollen im zähen Verkehr über die Golden Gate Bridge in die Stadt und zum Hotel. Wir geben unser Gepäck ab, das Zimmer war um 9.00 Uhr noch nicht fertig. Danach fahren wir berg(!)auf mit eigentlich bereits leerem Tank zum Alamo Car Return. Versteckt in einer mini Garage, kaum sichtbar. Unser Navi findet es Gott sei Dank gleich. Mit den letzten Tropfen Benzin geben wir das Auto ab. Alles passt, endlich mal wieder zu Fuß unterwegs!

Sabine ist gleich wieder eine Einheimische und kennt sich aus wo wir hin müssen. 2012 hat sie ja 1 Monat alleine in San Francisco verbracht. Sie navigiert uns zum Union Square Tourist Center wo wir uns um 28$ jeweils eine 7-Tage-Karte für die Öffis (Bus, Bim, Cable Car,..) nehmen. Wir besichtigen als erstes die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: das Institut wo Sabine ihren Kurs hatte und das Haus in dem sie gewohnt hat. Die Touristenmengen halten sich hier in Grenzen. Unser Glück, wir machen ungestört schöne Fotos. Die Cable Car fährt die „California“ hinauf, es ist steil, man muss sich gut fest halten und das Gewicht richtig verlagern um nicht umzukippen.





Spaziergang zur Lombard Street, der Most Crooked Street In The World. Wir gehen die kurze Zick-Zack Straße runter und von dort hinunter zum Hafen, Pier 35. Kurzer Abstecher ins Spielautomaten Museum. 25¢ für einen Automaten aus der Jahrhundertwende. Er zeigt: „British Execution“. Das Tor der Puppenburg geht auf. Ein Priester winkt mit dem Kreuz und der Delinquent fällt mit Strick um den Hals. Das Tor geht zu. Spannende 15 Sekunden. Ein paar Meter weiter „French Execution“. 25¢, Vorhang auf, ein Priester hebt die Hand, das Beil fällt, der Kopf auch. Vorhang zu. Dieser Automat ist reine Abzocke, maximal 7 Sekunden dauert alles. Sabine spielt am Adams Family Flipper. Das macht deutlich mehr Laune.




Aus der Halle raus zum Meer, vor uns tauchen ein U-Boot und ein Kriegsschiff auf. Das U-Boot ist uns zu eng, wir besichtigen das Schiff. Es ist ein bewaffneter Frachter, der u.A. auch bei der Landung in Omaha Beach in der Normandie teilgenommen hat und in dem Teile von Titanic gedreht wurden. Was davon wichtiger war sei dahingestellt. Wir lassen uns alles erklären. Ein 93-jähriger Veteran, der auf diesem Schiff während der Landung an Bord war (Mediziner) schildert uns die Geschichte rund ums Schiff. Wir hören uns seine Berichte zuerst gespannt an, bei der zweiten und dritten Wiederholung lässt die Spannung etwas nach („Where are you from? I am 93 years old I forget a lot of things…where are you from?“).






Aufgrund der kürzlichen Boston Bombings (Zwei Idioten haben Bomben beim Boston Marathon gezündet) haben wir eine SWAT Übung an Bord. Wer weiß wo sich der Attentäter verschanzt? Man übt das Einnehmen eines Schiffes. Wir begegnen ihnen nicht direkt, wir sehen sie allerdings auf anderen Decks herum huschen und hören sie kommunizieren „Deck clear? – CLEAR!! – People? – SIR YES SIR!! – Casualties? – NONE!!“. Sehr gut, keine Terroristen oder Verletzte an Bord.

Wir gehen nach über einer Stunde von Bord und gehen zwei Straßen weiter zu unserem Hotel. Zimmer ist fertig, Gepäck ist noch da, perfekt. Rauf, kurz ausruhen und wieder runter zum Hafen. Diesmal Pier 39, hier gibt es Shops und Restaurants. Es gibt hier sogar die Bubba Gump Shrimp Company (Forest Gump). Es liegen auf flachen Floß ähnlichen Stegen viele Seelöwen. Vorbei ins Restaurant „Fog Harbour“, hier gibt es das offiziell beste Clam Chowder von ganz San Francisco. Diese Muschelsuppe wollen wir kosten. Vorspeise mächtig scharfe Shrimps, dass die Ohren glühen, danach Clam Chowder im ausgehöhlten Brot und Blattsalat mit Lachs. Das Chowder ist eine maximal gebundene Suppe (da ist fix ein halber Kilo Mehl drin), die weder nach Clam noch nach Chowder noch nach irgendetwas anderem Meeresfruchtigem schmeckt. Geschmacklich ist es eine Champignon-Einbrennsuppe aus einer Werkskantine. Angeblich preisgekrönt, wenn das so ist wollen wir keinen schlechten Clam Chowder essen. Wieder was gelernt. Die anderen Speisen waren super. Zahlen, kurzer Verdauungsspaziergang und kurze Fahrt mit Bim und Cable Car. Zurück ins Hotel, entspannen und schlafen.





