Kia Ora Neuseeland, da sind wir wieder!

Unser erster Flug mit der Air New Zealand bringt uns flott von Honolulu nach Auckland. Dabei überfliegen wir schöne Flecken Erde, wie Fiji oder Samoa. Ein kurzer Zwischenstopp wär da gar nicht so unschirch. Aber ich werde nicht zum Piloten gelassen um ihn von einer Landung zu überzeugen.

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Die Boeing 777-200 von Air New Zealand bringt uns ruhig nach Auckland.
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Samoa von oben. Ein Zwischenstop wär uns auch ganz Recht.
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Bald sind wir da!

Nuni bleibt den ganzen Flug über recht happy. Es gibt an Bord sogar ein behindertengerechtes WC, das dreimal so groß ist wie normale Flugzeugtoiletten. Das ist herrlich wenn man mit Kind zu zweit aufs Örtchen muss. Der extra Sicherheitsabstand ist geruchstechnisch recht angenehm wenn es beim Sohnemann mehr als nur Lulu wird. Nuni rennt den Gang immer wieder ganz runter bis zur hinteren Galley und wieder retour. Die Flugbegleiter und Innen scheinen aber kein Problem damit zu haben und spielen gerne mit ihm.

So landen wir eigentlich recht entspannt am späten Nachmittag in Auckland. Kaum am Boden steigt der Nach-Flug-Stress aber augenblicklich wieder in uns hoch, wir sind alle etwas aggressiv und schnell eingeschnappt. Aber immerhin wissen wir nach so vielen Flügen schon, dass das bald wieder weg sein wird.

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Nuni spielt…
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…oder schläft. Das kommt uns sehr entgegen.
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Die Immigrationsformulare waren nicht nur inhaltlich mühsam auszufüllen.
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Hallo Auckland!

Wir fahren, wieder mal mit einem Uber, zu unserer Unterkunft. Sabine hat Momo zu Liebe eine Wohnung in genau demselben Haus genommen, wie wir sie damals 2017 hatten! Wir freuen uns schon richtig!! Die Freude nimmt aber ihr jähes Ende, als die Gastgeberin, die uns aufsperren sollte, nicht wie vereinbart vor der Türe wartet.

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Keiner da.
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Irgendwer lässt uns rein und wir können immerhin drinnen warten.

Anrufen können wir nicht, außer mittels sauteuren Roamings, und gratis Internet haben wir hier auch keines. Ich gehe auf die Suche nach einem kostenlosen WLAN der umliegenden Lokale und – Tadaaaa – ich hab eines vom Caluzzi Cabaret gefunden. Ich stelle mich vors Lokal und versuche der Gastgeberin eine Email und Whatsapp Nachrichten zu schreiben.

Neben mir steht jemand. Ich löse meinen Blick vom Handydisplay und merke: ich stehe neben zwei Drag Queens, die in diesem Moment die Nebelmaschine anwerfen und vor dem Schaufenster zu „It’s raining men“ zu tanzen beginnen.

Jössas!

Ich dreh mich erschrocken um und schau durch die Scheibe ins Lokal was da so abgeht: Privatveranstaltung Polterabend einer Damenrunde. Die grölen laut mit HALLELUUUUUJAH IT’S RAINING MEN !!!

Uaaah, ich rette mich zur Seite und gehe den tanzenden Queens lieber aus dem Weg, will ja nicht von deren ausladenden Tanzbewegungen oder überdimensionalen Perücken erwischt werden. Die kurze Zeit hat jedenfalls gereicht um unsere Kontaktperson zu erreichen. Die kommt rasch und sperrt uns auf. Die Wohnung ist nett, teilweise nicht ganz so wie erhofft, aber uns gefällts.

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Zweiter Stock, Mitte rechts war vor zwei Jahren unsere Wohnung!
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Nuni liebt die großen Fenster und hat sein privates Kino

Wir werden die ersten vier Tage in Auckland verbringen und danach schauen wir mal was wir so auf der Nordinsel noch für unbekannte Orte erkunden können. Eines steht jedenfalls fest: Momo und Nuni brauchen erst mal neue Schuhe. Momos aktuelle Schuhe sind kaputt und stinken wie ein mehrfach verwendetes Sportgewand, das im Turnsackerl vergessen wurde und wochenlang im eigenen Saft vor sich hin marinieren konnte. Bei dem muffeligen Gestank geben selbst die stärksten Fliegen auf.

Nuni sind seine jetzigen Patschen einfach zu klein. Müffeln tun seine kleinen Baby Füße noch nicht. Die sind viel zu süß um zu stinken.

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Neue Schuhe kaufen…gar nicht mal so einfach

Naja das Ganze hat sich dann so entwickelt, dass Schuhe kaufen mit unseren Kindern eine Aufgabe der gesamten vier Auckland-Tage wurde und wir die ganze Stadt nach passenden Schuhen durchforsten mussten.

Auf unserer Never ending Quest nach neuen Schuhen sind wir mit dem Bus durch Auckland gefahren und bei vielen unserer Liebsten Orte vorbei gekommen. Food Court auf der Ponsonby Street, Queens Wharf, Karangahape Road, Western Park und die Queen Street rauf und runter. Andere schöne Flecken, wie den One Tree Hill oder Takapuna Beach sind sich leider nicht ausgegangen. Macht uns nichts. Schwimmen können wir im hauseigenen Pool und Landschaft werden wir die kommende Woche sehen. Wir nehmen uns nämlich einen Mietwagen.

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Munter werden im Pool
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Mampfen im Food Court
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Momo und seine heiß geliebten Gurken Maki
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Ja eigentlich suchen wir immer noch neue Schuhe…
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Queen Street noch weihnachtlich geschmückt
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Schach spielen in der Cloud. Bauer schlägt Nuni, Nuni schlägt Läufer.
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Endlich toben am Spielplatz
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Aotea Square
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Momos „Neuer Style“. Shoppen gefällt ihm. Manchmal.
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SkyTower schaut schüchtern über die Häuser.
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Ja wo ist unser Mietwagen?

Wir bleiben die Tage auf der Nordinsel und wollen den Osten sehen. Dort waren wir 2017 nicht. Am liebsten würden wir bis Gisborne fahren, das ist aber zu weit weg für die kurze Zeit. Um alles spannend zu halten haben wir keine Unterkunft vorgebucht, sondern möchten Tag für Tag neu entscheiden wo wir schlafen wollen.

Also dann, fahren wir mal die Westküste runter nach Raglan. Das soll ein cooler Surfer Ort sein. Dort angekommen stellen wir fest, dass das Zentrum, ähnlich wie Waikiki Beach, nur mit weniger Geld, total touristisch designt wurde. Das finden wir blöd. Da wollen wir nicht bleiben. Wo sollen wir hin? Wir brauchen Internet. In der Mittagssonne hatschen wir die Bow Street rauf und runter mit dem Handy in der Hand auf der Suche nach Free Wifi. Bei dem nach altem Fett duftenden Ali’s Kebap haben wir Glück. Sabine checkt unsere Möglichkeiten und ich versuche die Kinder halbwegs im Griff zu behalten. Sabine beeilt sich und bucht das Erstbeste, das sie mit dem langsamen Internet in der Kürze der Zeit finden kann.

Und das ist auf der anderen Seite der Insel. Passt uns aber ganz gut, da wollen wir eh hin.

Wieder rein ins mittlerweile 60°C warme Auto und quer durchs Land zur Bay of Plenty!

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Da brutzelt unser Toyota in der Mittagshitze.

Wir fahren aber nicht gleich ans Meer, sondern bleiben ein paar Kilometer im Landesinneren. Im Tui Ridge Retreat in Aongatete beziehen wir die „Tui Lodge“. Diese „Lodge“ besteht aus vier einzelnen Mini-Hütten: Eines für die Küche und Klo, zwei Hütten mit Betten und eines als Quasi-Wohnzimmer. Alles nicht unbedingt neu, aber kein Problem, da haben wir in der Vergangenheit auf Campingplätzen schon grauslichere Küchen und Badezimmer gesehen.

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Hübsch ist es von außen ja.

In verschiedenen Hütten wollen wir nicht schlafen, also ziehe ich drei Matratzen in eine Schlafhütte und arrangiere uns ein Matratzenlager. Momo hüpft derweil am Trampolin, schreibt Schilder und hängt Wäsche auf eine Leine. Warum? Keine Ahnung.

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Heppaaa, immer höher fliegt der Bursche!
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Momos Kunstwerk.

Vor dem Schlafengehen will ich noch Momos Kuschelpolster aus dem Auto holen.

Hör mal, da raschelts in den Thujen hinterm Auto!! Jagen sich da etwa zwei Eichhörnchen durch die Äste? Pssst, leise anschleichen, vielleicht seh ich sie ja. Aber was ich sehe sind keine Eichhörnchen sondern zwei fette Ratten, die durchs Geäst kraxeln. Pfui Deifi, a Ratz!
Wo, was, wo?? Sabine will sie auch sehen, aber sie sind schon fort. Na hoffentlich bleiben die auch weg.

Sag mal Sabine….Haben wir hier eigentlich Internet um die morgige Unterkunft zu buchen?
Nein. Ok.
Es wird dunkel, dreh mal das Licht auf.
Kein Strom?? Auch aus den Steckdosen kommt nix?

Es langt für heute. Alle rein ins Bett und gute Nacht. Fenster zumachen nicht vergessen, es wimmelt vor Gelsen da draußen!

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Gute Nacht…ohne Ratten oder Gelsen bitte.
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Auf Auf! Ihr faules Pack! Zampacken und Abfahrt!

Nächster Morgen, nix wie weg da.

Wir fahren an der Küste entlang durch Örtchen wie Te Puke (Kiwi Fruit Capital of the World), Hobbiton (eigentlich Matamata) oder Whakatane (nur Whakatane). Dort parken wir vor der Public Library, denn wir erinnern uns, dass alle Bibliotheken damals gratis WLAN hatten. Das ist glücklicherweise immer noch so und Sabine bucht die neue Unterkunft. Hauptkriterium: Internet! Es wird ein Häuschen beim Strand. Klingt doch fein! Wir fahren weiter am Meer entlang bis kurz nach Opotiki, wo wir am State Highway 35 das Häuschen Nummer 825 finden.

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Baumfarne..ich liebe diese Baumfarne. Viel besser als Palmen.
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Hallo Hobbiton! 84$ pro Person Eintritt aufs Herr der Ringe Filmset muss nicht sein. Wir fahren vorbei.
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Die Kinder sind gut drauf. Selten, aber kommt doch immer wieder mal vor.
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Das Häuschen Nr. 825

Nunja. Das Haus. Wie sollen wir dazu sagen…rustikal? einfach? Oder eher abgewohnt? Es gibt keine frische Bettwäsche für uns, zwischen den Dielen am Boden kann man auf das Gras darunter sehen, es sei denn es liegt ein speckiger Teppich drüber. Es gibt eine ungesicherte Glastüre, die hinaus in den Garten führt. Allerdings ohne Stufe. Es geht einfach nur 3m runter vor uns. Die Schiebetüre zur Veranda ist nur mit Riesenlärm und viel Muskelkraft zu bewegen.

Die Nachbarn sind immerhin lustig. Die Mama dick, Vater zaundürr mit Vokuhila epischen Ausmaßes. Es wird miteinander geschrien. Der Garten voller hinniger Spielsachen, Werkzeug und Krempel aller Art. Zwischen alten Autoreifen rostet ein kaputtes Auto vor sich hin. Der Opa hämmert einen Meter neben unseren Ohren einen neuen Bretterzaun in den Boden.

Geil. So haben wir uns das gewünscht.

Es kriecht uns so langsam das Gefühl den Nacken hoch, dass das „Von-Tag-zu-Tag-Unterkunft-suchen“ eher nicht so großartig ist, wie wir uns das vorgestellt hatten. Sabine wirft sofort das Handy an und verkündet „So ein Scheiß. Ich such jetzt was wirklich schönes in der Nähe von Auckland. Und dort bleiben wir dann die letzten 4 Tage!“

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Auf den ersten Blick ist es ja nett. Aber eben nur auf den ersten.

Das Häuschen in dem wir hausen liegt ja am Strand. Den wollen wir unbedingt sehen. Und der ist herrlich. Wir sind alleine, der Sand ist weich, das Meer angenehm und die Sonne steht schon recht tief, sodass wir auch keine Sonnencreme mehr schmieren brauchen. Wir entspannen uns richtig gut und haben viel Spaß hier.

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Hinter den Dünen…
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…liegt ein wunderschöner Strand.
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Keiner da außer uns.
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Weit und breit nur wir, Strand und Meer. Und der Typ da im Hintergrund, der mit seinem Pferd durchs Bild reitet.

Kurz vor Sonnenuntergang kriechen wir zurück über die Dünen und hinein in unsere Betten, die wir mit Tüchern aus irgendwelchen Truhen überzogen haben. In der Nacht beginnt der Vater am Nachbargrundstück Besteckladen auf einem Holztisch im Garten auszuleeren. Danach hören wir 100 mal ein lautes HONK HONK einer Fahrradhupe. What the hell??

Nächster Morgen, nix wie weg da.

Da der Weg zu unserer schönsten Unterkunft zu weit für eine einzige Fahrt ist, bleiben wir zwei Nächte in der Paradise Valley Lodge nahe Rotorua. Ein Schild lehrt uns, dass hier in Rotorua das „Zorbing“ erfunden wurde. Der Sport bei dem man sich in einem aufblasbaren Gummiball einen Hügel runterrollt. Toll, toll. Wir sind beeindruckt und gratulieren.

Die Lodge ist dann tatsächlich eine Lodge, wie wir sie uns vorstellen. Und sie ist riesig. Ausgelegt für 15 Personen wohnen wir auf 300m2. Im Garten gibt es einen geheimen Weg durch ein Farnwälchen hinunter zum Ngongathaha Bach. Gefällt vor allem Momo ganz gut. Und den blutsaugenden Sandflies. Die zerstechen mir böse meine Beine. Um die Ecke gibt es ein großes Hecken-Labyrinth. Momo und ich verirren uns darin und haben mächtig Spaß.

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Ein Hütterl für 15 Personen nur für uns vier.
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Aus den vielen Möglichkeiten wählen wir dieses Schlafzimmer aus
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Im weitläufigen Garten…
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…gibt es ein Farnwäldchen mit versteckten Wegen…
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…zu einem zauberhaften Bach.
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Versteckte Wege gab es auch im Irrgarten. Unsere Zeit: 22Minuten bis ins Zentrum.

War nett, aber wir wollen endlich nach Piha, wo unsere abschließende Bleibe sein wird!

Die ewig erscheinende 3h30min Fahrt zieht sich mächtig. Eine Mittagspause legen wir ein, auf Momos Wunsch bei McDonalds. Die Karte hat Schmankerl drauf, wie den Double BigMac oder den Triple Cheeseburger. Da gibt’s Diabetes gleich inklusive.

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Diabetes?
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Oder doch lieber Herzinfarkt?

Und dann, endlich (!), sind wir in Piha, einem kleinen Örtchen am Strand, westlich von Auckland. Unser Häuschen liegt auf einem Hügel in Strandnähe. Wir öffnen die Eingangstüre und WOW was für eine Aussicht. Hammer. Die Einrichtung gefällt uns, es ist gemütlich und überall hängen Fotos der Besitzerfamilie, was das Gefühl erweckt, als würden wir bei Freunden Urlaub machen. Wir fühlen uns pudelwohl. Nuni und Momo klopfen am Piano in die Tasten, Sabine und ich genießen einfach den Blick auf Strand und Meer.

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Der erste Blick in die Wohnung haut uns gleich um.
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Das Haus am Strand ist außen schmucklos, aber innen um so gemütlicher.
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Das alte Wohnzimmer.
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So wacht man gerne auf.
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Wir können uns nur schwer satt sehen und machen viele, viele, viel zu viele Fotos.

Ein kurzer Stromausfall gleich bei unserer Ankunft hat die Euphorie etwas gebremst, aber der war drei Stunden später wieder behoben. Die Tage hier genießen wir in vollen Zügen. Am Strand gibt es Bereiche, wo bacherlwarmes Wasser knöcheltief zum Meer fließt. Dort spielen wir und Nuni kann endlich frei im Wasser planschen.

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Die Sonnenuntergänge beobachten wir…
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…mal draußen und mal drinnen. Sandflies gibt es hier halt leider auch.
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Aber schön ist es auch vom Wohnzimmer aus.
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Dieses Wegerl führt uns runter an den Strand.
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Dort bauen wir Staudämme…
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…und planschen im seichten, von der Sonne erwärmten Wasser.
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In der Badewanne draußen kann man bestens den Sand wegwaschen
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Drinnen wird wieder gechillt,…
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…gekocht…
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…und beim Essen mit den Großeltern geskyped.

Dieses Häuschen und Piha Beach haben unser Herz erobert. Am Abreisemorgen sind wir richtig traurig diesen Ort verlassen zu müssen.

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Früh müssen wir aufstehen.

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Momo schafft es nur schwer aus dem Bett.
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Gepackt, und Wohnung geputzt haben wir bereits.

Der Abschied fällt schwer. Aber irgendwie ist das Losfahren dann doch nur halb so schlimm, denn wir freuen uns schon auf Australien. Da waren wir noch nie. Und dort fahren wir mit dem Wohnmobil von Perth bis Sydney! Hui das wird was. Ob das so schön wird wie damals vor zwei Jahren in Neuseeland?

Lassen wir uns überraschen!