Dreiviertelgesund endlich am Flughafen Oakland und wir freuen uns auf die Sonne!
Hawaii beginnt für uns schon mit dem ersten „Aloha“ beim Boarding des Hawaiian Airline Fluges. Die Flugbegleiterinnen haben Blumen im Haar und drücken uns einen „Hawaiian Punch“ Fruchtsaft mit „mindestens 5% Fruchtgehalt“ in die Hand. Es steht nicht auf der Packung drauf, welche Frucht hier gemeint ist. Wahrscheinlich Zuckerrübe. Picksüß ist er nämlich.
Wir haben gekochte Eier und Snacks mitgenommen, damit die Kinder etwas zu frühstücken haben. Schon beim Boarden meint eine vorbeigehende Dame abfällig: „Hm…smells like egg in here!“. Wir verhalten uns unauffällig und schlürfen verlegen unseren Hawaiian Punch.
Der Flug ist sehr angenehm, Inflight Entertainment gibt es keines, aber irgendwie verläuft alles (und damit meine ich die Kinder) unerwartet ruhig und ohne Turbulenzen.


Momo spielt am Handy, Nuni pritschelt am Klo mit Wasser oder sieht sich Bücher an. Ich habe mir in ruhigen Momenten zwei mal volle Becher mit Wasser und Ginger Ale über die Hose gekippt. Auch fein.
So. Was wird in den nächsten Tagen passieren: Wir werden uns auf Hawaii zwei Inseln ansehen. Nämlich Kauai („Die Garteninsel“) und Oahu („Der Sammelpunkt“), die Insel mit der Hauptstadt Honolulu. Big Island wäre ebenfalls angedacht gewesen, müssen wir ja aber leider auslassen, da ich die 5 dafür geplanten Tage leider für meine Influenza in San Francisco opfern musste.
Kauai
Gut gelaunt fliegen wir etwas über 5 Stunden zum kleinen Inselflughafen in Lihue auf Kauai. Die Landung ist weich und wir steigen aus. Ah, das Wetter ist fein. Sonne, warm. So haben wir uns Hawaii vorgestellt. Mit dem gemieteten Chevrolet Impala von Alamo Car Rental cruisen wir den Kuhio Highway, die einzige richtige Straße auf Kauai, entlang und beziehen in Kapa’a unser Apartment.





Unsere Wohnung liegt im gleichen Komplex wie das Castle Kauai Kailani Hotel am Waipouli Beach. Fein, sauber und lieb eingerichtet, aber Luxus ist natürlich anders.


Das Begrüßungskomitee wartet in der Badewanne auf uns. Wir bedanken uns mit einer Schuhsohle für den netten Empfang und spülen die Reste des Komitees weg.

Über den Kuhio Highway (Highway klingt so groß. Es ist eigentlich nur eine einfache Bundesstraße mit Tempo 30 im Ortsgebiet) drüber gibt es das Kauai Village Shopping Center, was recht praktisch ist, denn ein großer Safeway für Lebensmittel und einige Restaurants gibt es hier. Momo entdeckt gleich ein Lieblingslokal für sich: Coconut’s Fish Café. Bester Hotdog seiner Meinung nach.


Wir wollen an den Strand, die ersten Tage sind schön und uns zieht es in den Norden. Die Gegend ist malerisch, die gößte Ortschaft, Princeville, ist fake wie es nur geht, die Grundstücke reihen sich um einen Golfplatz aneinander. Gebaut für Reiche halt…wems gefällt. Wir fahren jedenfalls weiter.


Aber in Hanalei am Strand…Wow…das ist toll. Es gibt nur einen kleinen öffentlichen Zugang zum Strand mit einem Mini-Parkplatz der 20 Autos fasst. Der Rest ist abgesperrt und für Grundstücke mit dicken Villen umzäunt. Wir sitzen im Sand und genießen es die Reichen und Schönen beim Workout zu beobachten, wie sie alle gestylt ihre gebräunten Körper mit Bauch-Bein-Po Übungen fit halten.



Auch reich, weniger schön aber dennoch eine Ikone im Musik Business läuft uns über den Weg: Mit hinnigem Leiberl, weißem Sandler Bart und langen Haaren schlurft Rick Rubin (Wikipedia: „…einer der einflussreichsten und angesehensten Musikproduzenten der Gegenwart…“) den Strand entlang. Ich bin total starstruck und aufgeregt wie ein Schnitzerl vorm Bad im heißen Fett!
– „Sabine hast du den gesehen??? Das war RICK RUBIN!!!!“.
– „Wer? Aha. Kenn ich nicht. Muss man den kennen? Mhm. Na macht er halt da Urlaub. Beruhig dich.“
Aaaaah! Wo bleibt die Euphorie?
Daheim schreibe ich Freunden und Verwandten von der Begegnung. Reaktionen durchgängig: „Wer? Kenn ich nicht.“ Pff. Ich hab ihn gesehn und es war toll. So.
Wir fahren heim und uns fällt auf: Überall leben hier Hühner wild im Freien. Auf der ganzen Insel sind sie. Am Straßenrand, am Parkplatz, beim Strand. Hühner überall. Das gefällt uns 🙂

Der Tag war fein und gleichzeitig unser letzter richtig sonniger Tag auf Kauai. Es folgen in den kommenden Tagen Sturm, Regen, Wind, HEY kurz war Sonne da, Regen, Wind, bewölkter Himmel, Sturm, Sturzregen. So hatten wir uns Kauai nicht vorgestellt.

Es gibt zeitweise sogar Sturmwarnung, Palmen werden im Garten entwurzelt und liegen quer. In der Nacht fliegt ein Ast auf die Stromleitung neben Sabines Schlafzimmer. Das Kabel tanzt wild am Boden herum und sprüht bedrohlich Funken. Da gehts ab. Sie kann nicht schlafen aus Angst es könnte was zu brennen anfangen. Irgendwann hört der Spuk aber wieder auf und sie kann sich wieder hinlegen.
Tjo. Was macht man auf Kauai bei so einem Wetter? Naja, an Regentagen machen wir Ausflüge in Shopping Malls oder fahren zu Restaurants. Indoor Aktivitäten halt. Wobei: wirklich indoor ist da auch nix. Die Malls sind Open-Air Malls, also einfach aneinander gereihte Geschäfte im Freien. Die Restaurants in den Einkaufszentren sind oft entsprechend gerade einmal überdacht. Der Regen sprüht einem von der Seite auf den Tisch. In regenfreien, aber leider doch meist windigen Momenten gehen wir spazieren oder hauen uns an irgendwelche feschen Orte.





Momo verliebt sich in Puka Dog, einen HotDog Stand in Poipu. Man muss dazu sagen, dass Momo seine Hotdogs immer ohne Toppings bestellt. Nur Brot, Würstel und Ketchup. Die eigentliche kulinarische Raffinesse der Lokale wie Guaven Chutney oder Ananas Sauce lässt er aus. Soll so sein, Hauptsache es schmeckt.


„Shave Ice“ gibt es hier auch überall, das wollen wir testen. Soll angeblich gut sein. Das besteht ja im Grunde nur aus fein gemahlenen Eiswürfeln über die Zuckersirup geleert wird. Unsere Bewertung: Drei Löffel sind ok, danach wird es entsorgt.


Sabine schmeckt da das heiß geräucherte Hühnchen bei „Chicken in a Barrel“ schon besser. Wir naschen alle davon. Sehr fein dieses Chicken. Da hat man länger was davon. Die Luft im Auto wird immer wieder mit Rülpsern rauchig beduftet. Meist läuft es so ab:
– *rülps*
– Alle: „Wäääh!“
– Rülpser: „CHICKEN IN A BARREL!!!“
Böse Zungen behaupten ICH wäre derjenige gewesen der die Luft am meisten verpestet hat. Ich behaupte jedoch, dass sie wohl alle, wahnhaft und umnachtet von den Dämpfen meiner Rülpser, gar nicht gemerkt haben, dass sie selber diejenigen sind, die riechen wie Selchroller. Die müffelnde Luft ist also gar nicht mir zuzuschreiben.


Jeeeedenfalls….immer wieder gab es, wie bereits gesagt, auch Momente an denen es NUR windig und nicht verregnet war. Da haben wir uns in die Berge und an Strände getraut. Teilweise erfolgreich, teilweise ist der Ausflug dann doch im wahrsten Sinne ins Wasser gefallen.






Einer unserer Ausflüge hat uns in die Kauai Coffee Company geführt, die Kaffee auf der Insel anpflanzt und röstet. Wir sehen uns das Gelände an und kosten uns durch die verschiedenen Getränkevarianten. Manche schmecken gut, andere nicht so. Aber was soll man sagen, es schmeckt am Ende des Tages halt doch alles nach Kaffee.




Und dann war Weihnachten. Zumindest war der 24. Dezember. Wir entscheiden uns Sturm und Regen zu trotzen und in die Berge zu fahren. Vielleicht ist dort das Wetter ja besser. War es nicht. Wir machen uns einen Spaß draus und nehmen dort einen Weihnachtsgruß „Mele Kalikimaka“ (Frohe Weihnachten) an die Lieben daheim auf.





Auf der Heimfahrt reden wir über Weihnachten und wie es eigentlich mit den Geschenken steht. Momo meint, in den USA kommt der Weihnachtsmann und nicht das Christkind. Die sprechen sich aber ab. Und der Weihnachtsmann kommt in der Nacht von 24. auf 25.12. also brauchen wir nicht wie normal am 24. feiern sondern können einfach schlafen gehen.
Ok, ist in Ordnung. Wir gehen dennoch „zur Feier des Tages“ in Momos Lieblingslokal Coconut’s Fish Cafe und bestellen dort Fish Tacos, Hot Dog, Mac’n’Cheese und Fried Shrimp. Weihnachten mal anders.


Momo stellt am Abend noch einen Teller für Santa auf: Ein paar Erdnuss M&M’s, ein kleines Stück Schokolade, 4 Kartoffelchips und etwas Orangensaft. Na das wird ihm gefallen wenn er vorbei schaut.
Und es hat ihm tatsächlich getaugt! Alles bis auf ein paar Krümel ist weg! Sowas aber auch. Dieser Santa. Ein Feinspitz. Er hat Momo und Nuni dafür ein paar Spielsachen da gelassen! Eine kleine Hotwheel Autoabschussrampe, eine Spritzpistole, kleine Fingerfiguren und Spielzeugenten. Die Kinder freuen sich 🙂

Der 25. ist gleichzeitig unser Abreisetag, wir ziehen heute weiter nach Oahu! Der Flug geht aber erst am Nachmittag, also fahren wir noch nach Poipu asiatisch Mittagessen (PukaDog war geplant, hatte aber leider geschlossen).


Am Flughafen ist das Auto problemlos abgegeben und wir warten nach einem schnellen Sicherheitscheck noch kurz bis unsere kleine Boeing 717 von Hawaiian Airlines bereit fürs Boarding ist.



Der Flug nach Honolulu war awesome. Schönstes Wetter (Klar, dass das erst am Abreisetag kommt). Keine Turbulenzen. Nur kurze 25 Minuten sind wir in der Luft.
Start, rauf, Hallo hier ein Hawaiian Punch, Danke wieder her mit dem Müll, Sinkflug, Ankunft. Nice.
Sonne! Na hoffentlich gibts auf Oahu endlich etwas länger schönes Wetter. Immerhin bleiben wir ja bis nach Silvester hier. Wär doch fein mal ins Meer baden zu gehen. Also Uber rufen und los gehts zum Beachcomber Hotel am Waikiki Beach! Hoff ma’s Beste!
