von Jacob
Wir sind bereits seit drei Wochen hier in Neuseeland. Genauer gesagt im Land der Uhren.
Land der Uhren fragt ihr euch? Wieso das? Ganz simpel, es ist eine Wortkreation von Momo.
Ich: „Wir sind in Auckland!“
Momo: „Nein, wir sind nicht in Auckland. Wir sind in Cockland!“
Ich: „Jessas…wo sind wir? In Cockland?“
Momo: „Neeeeein, in CLOCKland!“
Oh Gott sei Dank. Nur Uhren.
Clockland, Land der Uhren.
Wir befinden uns also im Land der Uhren und ein Blick auf unsere Ausgabenübersicht zeigt, dass wir verdammt viel Geld für Essen ausgeben.
Grund genug um dem Teil der Restaurantlandschaft, den wir bereits besucht haben, einen Artikel zu widmen.
Beim Flanieren durch die Stadt zeigt sich ein deutlich vielfältigeres Bild als wir es aus Wien gewohnt sind. Die Straßen sind nicht von Kebap-Pizza-Asianudel Standln gesäumt, nein, hier begrüßen uns links und rechts unzählige kleine Lokale die deren landestypische Gerichte servieren. Eine Kategorie wie „Asiate“ wäre hier viel zu ungenau. Man muss sich schon zwischen Thai, Chinesen, Japaner, Balinesen, Malay, Koreaner oder Laoten entscheiden können.
Egal in welches Lokal wir gehen, wir spüren den Stolz auf ihren kulturellen Hintergrund. Man merkt, dass im Grunde die Muttersprache des Ursprungslandes dominiert. Englisch wird gesprochen, aber nur mit starkem Akzent. Daraus ergeben sich interessante Szenen wie diese, wo wir von einer Kellnerin nach unseren sexuellen Neigungen gefragt wurden.
Wir sind im Sharaku Japanese Restaurant in Downtown Auckland.

Wir sitzen am Tisch und bestellen: „We’d like to have the Salmon Teriyaki Bowl please…“
Die Kellnerin nickt und fragt ungeniert: „Aahaa, doo yoo like Bi o doo you like Cock?“
What the….ja sind wir denn etwa doch in Cockland?
Wir lächeln wie man halt so bescheuert lächelt wenn man nur Bahnhof versteht und versucht eine peinliche Situation zu übertauchen. Die Dame sieht uns weiter fragend an, erkennt unsere Verzweiflung aber nickt uns dann mit geschlossenen Augen zu à la „is scho recht“.
Nunja, etwas Bi schadet ja bekanntlich nie, also sage ich „Bi“, Sabine bleibt konventionell und bestellt sich selbstbewusst einen Cock. Wir warten gespannt ob uns jetzt nackte Männer das Essen bringen werden. Zu unserer Verwunderung kommen keine Asia Nudeln mit unserem Essen daher sondern ich kriege statt ‚Bi‘ nur ‚Beer‘ und Sabine ein ‚Coke‘. Ich bin erleichtert, Sabine etwas enttäuscht.

Wir essen unsere sehr leckeren Teryaki Bowls auf. Ausgezeichnet. „Dingooo Dingooo“ rufen plötzlich alle Angestellten als wir aufstehen um zu gehen. Dingos? Hier? Was machen Wüstenhunde mitten im Land der Uhren? Ticken die nicht richtig?
Erst als wir bereits bei der Kassa am Ausgang sind drehen sich die Zahnräder in unseren Hirnen ruckartig und uns fällt es plötzlich wie Schuppen aus den Haaren: es war die Japanische Version von ‚Thank you‘!


Herrlich, so muss Reisen sein.
Hier noch ein paar Impressionen einiger Lokalitäten die wir besucht oder auch nur gesehen haben 🙂





