Washington D.C. beim Donald

Tag 1

So. Washington D.C., Union Station. Erstmal geil.

Aber wo ist jetzt der Bus, der uns zum Hotel bringen soll? Wir suchen das ganze Terminal ab. Wo sind hier die Automaten für die Metro und die Busse? An der Information empfiehlt man uns zum großen Bus Terminal zu gehen und Cash im Bus zu zahlen. Na gut… aber wo ist das?

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Wo sind diese verdammten Kartenautomaten????

Am allerhintersten Ende des riesigen Greyhound etc Busterminals finden wir dann endlich die Circulator Line. Da fährt uns ein Bus vor der Nase weg. Mist. Warten im windigen Terminal auf den nächsten Bus.

Nuni und Momo spielen sich mit den Absperrungsketten. Und ich habe eine harte Zeit ihnen zu folgen. Beide sind flink unter den Absperrungen durch, ich muss immer außen herum laufen um Nuni einzufangen.

Dann endlich kommt der Bus. Nuni geschnappt, Rucksäcke geschultert, Koffer hingerollt.

„Oh this bus is out of service. Y’all gotta wait for the next one“.

Grrr. Also wieder alles retour. Nuni läuft herum, ich jage ihn. Und paar Minuten später ist der nächste Bus da! Nuni geschnappt, Rucksäcke -geschultert, Koffer hingerollt.

– Hi, einmal Bus zum Hotel bitte.
– Oh y’all need to get a ticket from the ticket machine!
– Wot? Ja und wo sind die?
– Ganz unten bei der Metro.
– Aha.
– Drei Stockwerke unter uns, ca 15 Minuten zu Fuß von hier.
– Mhm. Und Cash zahlen?
– Nein geht nicht.
– Soso. Ja dann…

Wir setzen unsere traurigsten Gesichter auf und er hat Gnade mit uns! Er lässt uns gratis mitfahren. Sehr freundlich!

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Endlich gefunden dürfen wir erst mal nicht mitfahren 😦
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Im Bus verbauen wir die Stehplätze mit unserem Gepäck

Der Bus fährt uns quer durch DC ins Viertel „Foggy Bottom„, wo wir in der 25th Street unser Zimmer im Hotel „River Inn“ zufrieden und geschlaucht beziehen.

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Unser Hotel in Washington DC

Es ist ein Selbstversorger-Zimmer mit Küche, da decken wir uns noch mit Groceries ein. Sabine weiß vor dem riesigen Regal, das ausschließlich Nachos und Nacho Saucen enthält nicht wo sie zuerst zugreifen soll.

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Nachos, nuuuur Nachos. Sabine im Himmel

Wir richten uns noch ein, und essen zu Abend. HotDogs! Nicht gesund aber immerhin mal keine Pizza.

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Abendessen, nur Gesundes…eh klar 😉

Nun ja, da sind wir angekommen und haben uns bettfertig gemacht. Das große Bett ist sehr gemütlich, und das zweite ist eine aufklappbare Couch. Die klappen wir jetzt auf und ich lege mich gleich mal schwungvoll zur Probe hin.

JAUWEH, da haut’s mir die Wirbel aus der Säule!! Bandscheiben adé, das wars. Einmal Rollstuhl bitte für mich. Ich rolle mich vom Bett und brauch ein paar Minuten um aufzustehen. Die Matratze ist so dünn, dass man die Querstreben mehr als deutlich spürt. Wie sollen wir denn da schlafen?

Sabine wiegt ja doch den einen oder anderen Kilo weniger als ich, sie meint sie liegt nicht soooo schlecht darauf. Ist gut, dann schläft sie mit Nuni auf der Couch und ich mit Momo am Bett. Abgemacht, so gehts.

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Die abendliche Aussicht aus dem Fenster

Es zieht in der Wohnung! Draußen ist es kalt. Alle Fenster sind zwar zugeschoben aber nicht ganz geschlossen. Ich mache die Tour durchs Zimmer und verschließe alle. Jetzt zieht es nicht mehr so. Aber ohne Heizung ist es frostig, also nochmal voll einheizen und dann ab unter die Decke!

Gute Nacht!

Tag 1

Die Nacht war…naja, wie soll man sagen…frostig. Die Heizung ist nämlich kaputt gegangen. Es bläst nur kalte Luft raus. Sabine hat Schnupfen und fühlt sich nicht ganz fit. 37,6 Grad. Hm. Ganz gesund klingt das nicht. Aber Fieber ists auch nicht. Da lassen wir’s lieber ruhig angehen.

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Sieht so lieb und nett aus da draußen in der Früh. Ist aber richtig kalt!

Was positives: Kein JetLag mehr! Es war die erste Nacht wo wir um 20.00 Uhr im Bett und erst um 6.30 Uhr wieder aufgewacht sind. Top!

Nach unserem Besuch im Lebensmittelgeschäft gestern Abend wissen wir wo die Metro Station ist. Neben direkt daneben. Unsere Station heißt wie das Uni Viertel in dem wir wohnen „Foggy Bottom“. Dunstiger Hintern. Es ist auch recht kalt heute, wenn wer pupst sieht man sicher einen Foggy Bottom.

Die Uni, die hier an jeder Ecke ihre Institute hat ist die George Washington University. Abgekürzt die GWU (gesprochen: Dschie Dabbel-Ju Ju). Warum man dann nicht gleich „Dschie Triple Ju“ sagt erschließt sich mir nicht ganz.

Wie dem auch sei fahren wir hinunter und nehmen uns in einem der vielen Kartenautomaten ein paar Metro und Bus Mehrweg Karten und laden 15$ drauf. Das sollte reichen (Kleiner Vorgriff: Es ist sich tatsächlich exakt ausgegangen). Wieder an die Oberfläche und in den Bus hinein, denn wir wollen als erstes den Donald besuchen.

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Karten besorgt, ab zum Präsidenten!
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Busse sind hier deutlich sauberer als in New York

Der Bus bleibt nahezu direkt beim Weißen Haus stehen. Wir kommen nicht allzu nah heran, denn der Zaun wird gerade renoviert. Überall bis an die Zähne bewaffnete Polizisten. Wenn die wüssten, dass ich ein kleines Taschenmesser eingesteckt habe hätten sie mich wohl gleich erschossen. Schlagzeile: „Austrian Terrorist tried to kill President. Police heroes saved president last minute.“

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Da wohnt und werkt er, der Herr Präsident. Wir werden leider nicht reingelassen, wir winken ihm halt stattdessen.
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Dada. White House.

Da wir keinen internationalen Konflikt heraufbeschwören wollen, bleiben wir lieber auf Distanz und winken nur rüber. Die Eichhörnchen sind auch hier, genau wie in New York, im Park recht unverschämt und betteln uns immer wieder an.

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Nuni jagt Eichhörnchen

Da hat Nuni was zu beobachten, wir beobachten unterdessen die Reporter, die ihre Kameras auf das Weiße Haus gerichtet haben. Ich frage einen was denn los sei, erwartet man was? Kommt Herr Donald denn bald raus?

Nope, we do that every day. Just in case something happens.

Langweilig. Na da brauchen wir hier nicht länger zwischen den wilden Eichhörnchen herumgehen. Wir steigen wieder in den Bus und fahren zum Capitol! Das sieht toll aus im warmen Licht des angehenden Sonnenuntergangs.

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Das Wetter ist heute bis auf die Temperatur traumhaft. Das Kapitol wird fein beleuchtet.

Schön ist es da. Wir machen ein paar Erinnerungsfotos und merken wie uns dabei der Magen knurrt. Hungaaaaa! Sabine lotst uns direkt ins Stadzentrum, wo wir gegenüber des FBI Gebäudes in ein Asiatisches Lokal „Asia Nine“ gehen. Momo stopft sich mit seinen geliebten Gurkenmaki voll, Sabine, Nuni und ich probieren anderes.

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Futtersuche
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Wir machen Maki Party im Asia Nine!
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Zufriedene Stille

Nuni ist irgendwann satt und läuft im Lokal herum. Er reißt Plastik Weihnachtskugeln von der Deko und wirft sie in die offene Küche unter die Öfen. Peinlich!!! Die Kellnerin fischt ihn aber wieder hervor und schenkt ihn Nuni 🙂

Sabine fühlt sich mittlerweile nicht mehr fit. Sie dürfte Fieber haben. Wir fahren schnell mit der Metro nach Hause.

Hey! Die Orange Line fährt bis nach VIENNA! Europa ist uns ein wenig zu weit für heute Abend, aber generell einen Versuch wert!

Auch spannend: Die älteren Waggons haben richtig gepolsterte Sitze und Teppichböden!

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Vom Nebelhintern bis nach Wien in einer Ubahn!
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Teppichboden in der Ubahn…

Daheim angekommen funktioniert immerhin die Heizung wieder. Ich bleibe heute Nacht bei Nuni, Sabine schläft im guten Bett und kann sich hoffentlich dabei erholen.

Tag 2

Käse, Sabine hatte in der Nacht Fieber: 39,0 Grad. Sie fühlt sich matschig und die Höhlen im Kopf sind alle zu und drücken runter. Momo hat auch noch immer 37,8 wirkt aber fit. Der Morgen startet langsam. Beim Frühstück schauen Nuni und ich Flugzeuge vom Fenster aus an. Da wir so nah am Washingtoner Ronald Reagan Flughafen und die Einflugschneise direkt an uns vorbei führt sehen wir alle Flieger ganz genau. Jetzt am Vormittag kommt alle 5 Minuten einer vorbei. Wie im Kino!

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Mutti und Momo nicht ganz fit
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Wir schauen Flugzeug Kino
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Flugzeuge, Hubschrauber, alles auf dem Weg zum Flughafen muss anscheinend bei uns vorbei.

Sabines Fieber geht bis Mittag ein wenig runter und wir machen uns fertig für eine kleine Tour. Wir steigen in Foggy Bottom in den Bus und machen erst einmal etwas Programm für die Kinder. Wir fahren in das Smithsonian Air and Space Museum!

Es wird leider stark umgebaut, das heißt es steht nur ungefähr ein Viertel der Normalen Exponate zur Verfügung.

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Im Smithsonian Air and Space Museum wird gröber umgebaut

Wir müssen rund ums Gebäude herum. Und WOW drinnen gibt es was zu bestaunen. gleich in der Eingangshalle schweben Flugzeuge über uns, eine Kopie der Mondlandefähre steht auch da…es gibt viel das ich Momo erklären möchte.

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Gleich in der Eingangshalle steht der „Eagle“

Ein paar Meter weiter haben wir von der V2 bis zum Hubbleteleskop in Originalgröße alles dabei. Neben diesen zwei Hallen gibt es noch wenige kleine Räume, die begehbar sind, der Rest ist gesperrt. Da sind wir schnell durch.

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Die Halsmuskulatur wird vom vielen Nach-oben-schauen stark beansprucht.

Wir geben uns noch den Original Raumanzug von Neil Armstrong (inkl. Monddreck) und dann gehen wir wieder. Es ist viel los und, naja, mehr gibts da nicht zu sehen. Die Ausstellung über moderne Navigationssysteme lassen wir einfach mal aus.

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Der Originale Raumanzug von Neil Armstrong. Der Amerikaner an der Information, der uns erklärt hat wo wir den Anzug finden, war deutlich begeisterter als Sabine.

Es langt. Zu viele Leute. Außerdem ist uns heiß. Raus da. Wir hüpfen wieder in einen Bus und fahren am Washington Monument, und dem Jefferson Memorial vorbei bis zum Lincoln Memorial. Ein Blick aus dem Fenster auf Washington und Jefferson reicht uns. Der Obelisk des Washington Monument ist riesig und von weitem sichtbar und das Jefferson Memorial ist gerade hinter Gerüsten versteckt. Genauer ansehen will ich aber das Lincoln Memorial, da steigen wir aus.

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Lincoln Memorial
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Sabine, Momo und Nuni warten auf mich

Sabine und Momo bleiben unten sitzen, da sie nach wie vor nicht auf 100% sind. Ich klettere die Stiegen rauf, sehe mir Mr. Lincoln an und bewundere die Aussicht.

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Hello, Mr Lincoln.

Ich stehe jetzt da, wo Präsidenten ihr Amt antreten. Und ich muss sagen, es stehen aktuell auch ungefähr so viele Menschen hier wie bei der Trump Angelobung.

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Ungefähr so viele Menschen anwesend wie bei der Trump Angelobung

Vom Lincoln Memorial gehen wir ein Stück stadteinwärts und pausieren im kleinen Robert Latham Owen Park. Nuni kann frei herumlaufen und Momo spielt im Gras. Sabines Kondition lässt langsam etwas nach. Wir wollen noch schnell was essen gehen und danach wieder ins Hotel.

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Im Park können die Kinder ein wenig toben
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Sabines Fieber kommt langsam wieder zurück

Wir gehen zu Shake Shack, da schmecken uns die Burger so unheimlich gut. Kennen wir bisher nur aus New York. Wir bestellen uns was. Sabine schmeckt dank ihres Schnupfens allerdings gar nichts, weshalb der Besuch hier eher unnötig ist. Mein Burger ist ok, aber entspricht nicht wirklich meiner Erinnerung aus 2010. Was will man machen.

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Shake Shack…gar nicht mal so gut wie erwartet.

Heim und bissi Wäsche waschen! Schnell ins Bett, hoffentlich geht es Sabine und Momo morgen besser!

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Ein wenig Wäsche gewaschen und dann wird entspannt.

Tag 3 (Thanksgiving Day)

So, heute gehts mit dem Amtrak Superliner über Nacht nach Chicago. Der Zug geht um 14.00 Uhr weg, das heißt wir haben gemütlich den ganzen Vormittag Zeit um Koffer zu packen. Das „kurze“ Packen dauert tatsächlich bis 12.00 Uhr, genau bis zur Check-Out Zeit des Hotels. Oh mein Gott sind die Koffer voll. Sauschwer, alles ist irgendwo. Kein System mehr. Hauptsache eingepackt. Koffer 1 hat 26kg, Koffer 2 hat 25kg. Passt war nicht in die Amtrak Gepäck Policy aber wird schon passen. Letztes mal hat’s ja auch keiner kontrolliert.

Beim Flugzeuge schauen sehen wir den Helikopter des Präsidenten an uns vorbei fliegen! Wir winken der Marine 1 (er war auf dem Weg nach Afghanistan) und sind uns sicher, dass er uns gesehen hat. Was für eine Geste. Donald Trump schaut extra bei uns vorbei um uns zu verabschieden. Great guy. Great american. Totally great.

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Koffer packen. Überall liegt zeug, wo soll das alles hin?
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Es wird nur mehr gestopft, kein System beim Packen. Hauptsache eingepackt.
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Der Koffer überlistet Nuni

Sabines und Momos Fieber ist wieder nahezu weg. Supergut! Um 12 Uhr geben wir das Gepäck an der Rezeption ab und schauen noch eine Stunde auf den Rose Park Playground, einen Spielplatz in der Nähe. Windig ist’s heut wieder. Im Park spielen wir ein wenig, was halt so geht ohne zu erfrieren. Wir holen uns vom lokalen SevenEleven Supermarkt was zu mampfen, essen aber nicht fertig, denn es fängt zu tröpfeln an.

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Leicht windig ists heute in der Hauptstadt
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Im Gänsemarsch zum Spielplatz
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Lieb ist er, der Rose Park Playground
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Bissi spielen…
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…bissi wippen, und dann regnet es. Schnell zurück ins Hotel!

Zurück ins Hotel und mit der Metro zur Union Station. Warum mit der Metro und nicht mit dem Bus wie beim Ankommen in DC? Weil’s da Aufzüge gibt und alles barrierefrei ist.

Himmel, ist da viel los. So viele Menschen. Alle nervös und hektisch. Klar, es ist Thanksgiving Day. Alle wollen über die Feiertage zu ihren Familien. Wir finden mit Mühe im Getummel zwei Sitzplätze. Ein alter Mann mit „Vietnam Veteran“ Schirmkappe und einigen Abzeichen darauf redet uns an.

– Where are you from? Netherlands?
– Nein, Österreich. Almost like Germany, nur halt besser.
-Oh Austria! Salzburg! You know I was born in Berlin. But my mother moved to the United States when I was 3 years old. New York back then. So my daughter used to study German in school, but …

Und und und….er verfällt in einen 15 minütigen Monolog wie die Nichte des Schwagers jemanden gekannt hat der mit jemandem der mal deutsch gelernt hat irgendwann einmal was über Deutschland gehört hat. Oder so. Ich weiß es nicht mehr, der Lärm im Bahnhof war irrsinnig laut, und der Herr Veteran hat leider in seinen Schnauzbart reingenuschelt.

Ich löse mich langsam von ihm mit einem gekonnten „Oh, my wife needs help with the baby. Excuse me!“ Und zische die paar Schritte rüber zu ihr und Nuni. Und steht schon von welchem Bahnsteig unser Zug los geht? Nö. Ok, geben wir halt mal die Koffer ab.

Ich schnappe mir die Koffer und navigiere die schweren Trümmer durch die vielen Leute zum Baggage Check-In Schalter um sie aufzugeben. Der hilfsbereite Herr dort ist sehr nett. Ticket hergezeigt, Pass hergezeigt, alles super. So, da hast die Koffer, bitte wegbringen. „Oh, oh“ sagt er. Mist was is jetzt „Oh Oh“? „Too heavy!“ Ja verdammte Axt jetzt stellt er sie tatsächlich auf eine Waage. Wir müssen was umpacken. Die Koffer dürfen maximal jeweils 23kg haben. Und wie jetzt bitte? „Maybe you can go to the store over there and get some plastic bags and take some heavy items with you on board!“ Toll. Danke.

Wieder zurück durch die Menschenmenge mit den beiden Monsterkoffern. Bei Sabine klappe ich die Koffer auf und suche nach schweren Gegenständen, wie Kontaktlinsenflüssigkeiten und dergleichen. Der Herr Veteran sieht mir dabei zu und redet wieder was. Was genau? Keine Ahnung. Ich lächle und krame hektisch im Koffer herum. So, sollt jetzt passen. Wieder zurück zum Schalter. Der Herr stellt Koffer Nr.1 auf die Waage….passt. Koffer Nr.2…er kneift schmerzerfüllt die Augen zusammen, zieht einen Mundwikel nach oben und schüttelt den Kopf. Was jetzt, noch immer zu schwer oder wie? Er sieht mein verzweifeltes Gesicht und sagt, während er die Augen verdreht „Oooooook, fine.“ Klebt einen „Heavy“ Sticker auf den Koffer und zeigt mir den Daumen hoch.

Nice! Zurück zu Sabine und den Kindern. So viel los da, wo sind sie? Aso da hier. Ok. Wann kommt unser Zug? Steht noch immer nix. Aaaargh so viele Leute! 20 Minuten später steht es endlich da. Los, ab zum Gate! Eine ewig lange Schlange steht da an. Ugh..mühsam. Wir wollen die „Baby-Karte“ ziehen und gehen zum Infodesk nebenan.

– „Hallo, können wir mit Baby eventuell Priority boarden? Ginge das?“
– „What Tickets do you have?“
– Schlafwagen
„Oh! Sleeper! Then you have VIP Access to the Lounge over here. Just step inside and feel like heaven.“

Echt jetzt????? Den ganzen Schaß da draußen umsonst ausgehalten? Wir hätten da gemütlich in der Lounge chillen können? Hmmmm. Positiv sehen, nächstes mal sind wir schlauer. Durch die VIP Lounge gleich zum Zug.

Wui, die Amtrak Superliner sind irre hoch. Sehr beeindruckend. Wir finden unseren Waggon schnell und unser Familienabteil auch. Gleich rein und einrichten. Das Bett unten ist breit, die oberen sind schmal. Sabine wird mit Nuni unten schlafen, Momo unten um die Ecke und ich oben.

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Der Amtrak Superliner bringt uns über Nacht nach Chicago
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Das Familienabteil bietet deutlich mehr Platz als die anderen Abteile. Uns gefällts.

Kaum losgefahren werden wir in den Speiseraum gebeten um unser Abendessen entgegen zu nehmen. Pfui deibel ist das grauslich. Frisch aus der Mikrowelle. Igitt ist das ekelhaft. Wir lassen alles fast unberührt stehen und gehen runter schlafen. „Schlafen“.

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Sieht OK aus, ist es aber nicht. Es war E-KEL-HAFT.

Ich stoße mir beim ins Bett kriechen ungefähr 100 mal den Kopf, die Knie, die Ellenbogen irgendwo an. Habe ich es geschafft mich hinzulegen gibt es keine Möglichkeit mehr für mich mich zu bewegen. So eng ist es hier oben für mich. Na wird schon passen. Alle im Bett? Licht ab!

In der Nacht fährt der Zug so wild, dass es mich fast aus dem Bett wirft. Sabine hat ebenfalls bedenken ob ich auf sie runter stürze. Einen Polster hatte ich ihr bereits unabsichtlich ins Gesicht geworfen. Wir dösen uns durch die Nacht. Schlaf ist das nicht wirklich.

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Oh, what a night. Fit und munter steigt keiner von uns aus dem Zug aus.

Bei der Ankunft in der Union Station Chicago um 8 Uhr früh schäle ich mich aus meiner Koje und kann kaum gerade stehen. Mein Rücken ist von oben bis unten verkrampft und schmerzt. Das war ja notwendig. Wir holen uns die Koffer vom Gepäckband und nehmen ein Taxi zum Hotel. Wir sind zu fertig um mit den Öffis zu fahren. Wir wollen nur ins Hotel.

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Union Station Chicago!
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Gepäck vom Band gehoben…
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…Taxistand gesucht…
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…ins Taxi gequetscht…
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…zu viert hinten sitzen und schnell ins Hotel!

„Hello, Taxi driver! Hampton Inn! 33 West Illinois Street. Aber dalli!“