New York City und der Jet-Lag

Tag 1

Wir sind in New York! Ab jetzt fühlt sich die Reise wie eine Reise an. Weit weg von daheim, alles so uneuropäisch und wir haben einen mords Jet-Lag.

Am Tag der Ankunft sind wir alle bereits um 15.00 Uhr streichfähig. Nach Londoner Zeit wäre es ja auch bereits 20.00 Uhr. Aber wir quälen uns zumindest noch weitere drei Stunden bevor wir umfallen. Die Idee dahinter: spät einschlafen, später aufwachen. So weit die Theorie. Tatsächlich waren wir alle um 3 Uhr Nachts munter.

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Hurra!! 3 Uhr Nachts und alle wach!

Wir wohnen in Harlem, recht weit nördlich der vielen Wolkenkratzer. Bei uns haben die großen Wohnhäuser eher „nur“ 15 Stockwerke. Momo ist daher sehr gespannt wie das New York das er von Fotos kennt in echt aussieht.

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Wir wohnen in der 142nd Street, DAS New York spielt sich allerdings vom Central Park abwärts ab

Wir ziehen uns gemütlich an, lassen uns mit allem Zeit bis es halb 7 Uhr ist. Dann will Momo unbedingt auf einen Spielplatz gehen. Im Sonnenaufgang gehen wir einen Block weiter zum Alexander Hamilton Playground.

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Im Frühtau zu Berge…
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…wir spiel’n fallera.

Da toben die Kids ein bissi, bis wir gegen 8 Uhr mit der Metro (U-Bahn) runter zur Pennsylvania Station zischen um uns unsere Zugtickets für die anstehende Reise durch die USA zu holen. Online und über Telefon war das Bahnunternehmen AMTRAK eher unfähig, wir sollen das doch bitte alles am Schalter machen. Also erster Stop: Pennsylvania Station auf der 32nd Street, was schon recht weit unten am Manhattan-Zipfel ist.

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Erstes mal Metro fahren!
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Guckst du: Da sind wir, da fahren wir jetzt hin.

Die Amtrak Schalter sind, genau wie die Ubahn und alle Gleise, unterirdisch. Von Manhattan sehen wir also nur die Unterseite. Die Karten holen wir ab, erfreulicherweise alles problemlos.

So, jetzt wollen wir aber endlich an die Oberfläche. Und da sind sie. Links und rechts, hinter und vor uns. Rundherum riesige Wolkenkratzer. Momo staunt mit offenem Mund. Sabine und ich schauen uns an und denken beide dasselbe: „Es stinkt.“

Aaaah, der Duft der Großstadt. Es dampft aus den Gullideckeln, die Müllsäcke liegen noch am Straßenrand. Viele Menschen, viele hupende Autos und keiner hat Platz.

Schau Momo…DAS IST NEW YORK CITY!

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Momos erster Blick auf New Yorker Hochhäuser
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Auch Nuni bestaunt die Wolkenkratzer (oder die Tauben auf dem Denkmal)

Mittlerweile knurrt uns der Magen und wir wollen das mitgebrachte Frühstück irgendwo mampfen. Nur wo? Wir müssen zwei Blocks weiter gehen bis wir einen Mini Park finden, wo Sitzgelegenheiten für uns sind.

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Kräfte tanken im Greeley Square Park.

Was nun? Momo will jetzt die Freiheitsstatue sehen. Na gut, dann ab dort hin. Sabine und ich sind ja erprobte New York Touristen, daher wissen wir: Die Freiheitsstatue sieht man am besten vom Boot aus, und zwar von der kostenlosen Staten Island Ferry, die direkt daran vorbei fährt. Die geht vom Whitehall Terminal ganz am südlichsten Ende der Insel weg. Mit der Metro kommen wir schnell an. Beim Betreten der Halle sehen wir schnell, dass wir nicht die einzigen Touristen sind, die diesen Trick kennen. Wird platzmäßig schon passen, ist ja recht groß das Ding. Fähre ist da, an Bord gegangen und Booti fahren!

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Das Whitehall Terminal, von hier legen die Schiffe ab
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Die kostenlose Staten Island Ferry fährt direkt an der Freiheitsstatue vorbei

Wir haben herrlich viel Platz an Bord. Momo klebt am Fenster und starrt die meiste Zeit hinaus. DA! Wolkenkratzer! DA ich seh sie schon! Papa schau, da hinten seh ich die Freiheitsstatue schon!

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Baba Manhattan, brauchst nicht weinen, kommen ja gleich wieder.
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Und daaa ist sie endlich, die Lady Liberty

Nach wenigen Minuten kommen wir in Staten Island an, drehen gleich wieder um und fahren mit demselben Schiff wieder retour nach Manhattan. Bei der Rückfahrt sind Statue und Wolkenkratzer bereits unwichtig für Momo, viel lieber spielt er „Verstecken“ mit Nuni.

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Wo ist der Nuni?
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Daaaa ist der Nuni!

Alright. Wieder an Land. Und jetzt? Es ist jetzt schon Nachmittag. Wo wollen wir denn was essen? Und was überhaupt? Wir versuchen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und suchen was zu Essen am Times Square! Dann kennt Momo den auch gleich. Also wieder hopp in die Metro und bei der 42nd Street wieder raus.

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Times Square. Sooo viele Bildschirme!

Momo gefallen die vielen Bildschirme. Überall tut sich was! Wir versuchen uns einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen und halten Ausschau nach Restaurants. Momo meldet: „Ich will Pizza! Pizza mit Salami und Mais!“. Na gut, also suchen wir was. Schau da ist TGI Friday’s, haben die Pizza? „No.“, sagt ma uns dort. Hey, auf der anderen Straßenseite ist Famous Original Ray’s Pizza! Wir gehn rein, sieht aus wie bei jedem normalen Pizza Kebap Imbiss in Wien. Riesen Pizzen wo man sich Schnitten kaufen kann. „Haben Sie auch Pizza mit Salami und Mais?“ – „No.“ Mist, dann wieder raus. Dann fast nebenan zu Applebee’s. „Haben Sie Pizza?“ – „Sure!“ – „Auch mit Salami und Mais?“ – „No.“

Seufz.

Sabine wird schon hangry (hungry und angry). Wieder aus dem Lokal raus. Wieder überlegen wo wir hin gehn können. Letzter Versuch: PizzaHut auf der anderen Straßenseite. Und noch einmal warten bis die Ampel grün ist. „Hey PizzaHut…Salami und Mais?“ – „No.“ Verdammt!! „Äh, Momo magst du auch Pizza nur mit Salami?“ – „Ja, sicher!“ Hmpf. Was sagst das nicht gleich, heast, da hätten wir uns 20 Minuten Rennerei ersparen können! Na wurscht. „Einmal Pepperoni Pizza and einmal die Vegetarian Pizza, please!“ Lasst es euch schmecken! Hm, Schmecken ist dann relativ, die Pizza kriegt von uns nur 3 von 10 Sternen. 45 Minuten später sind die Bäuche aber immerhin voll und die Stimmung wieder gut.

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Mit vollem Bauch blödelt es sich gleich wieder besser.

Nachspeiserl? Schauen wir doch in den M&M Store! Alles bunt, überall Farben und Spielsachen. Die Kinder sind überwältigt. Momo möchte alle Spielsachen ausprobieren und kaufen. Nuni gefallen die Farben und legt sich zeitweise auf den Boden um runtergefallene M&Ms unter den Regalen hervorzuholen. Wir müssen aufpassen, dass er sich die dreckigen Dinger nicht in den Mund steckt. Momo ruft uns wieder wir sollen ihm den großen Plastik Motorrad M&M Spender kaufen. Das wird Sabine und mir zu stressig. Also gehen wir möglichst bald wieder raus, ohne M&Ms wohlgemerkt.

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So viel Auswahl überfordert die Kinder.

Es ist kurz nach 16.00 Uhr als wir wieder in der Wohnung ankommen, die Sonne geht schon langsam unter. Nuni geht baden um sich aufzuwärmen, ich gehe derweil mit Momo noch auf die Schnelle Wasser kaufen. Als Nachtmahl gibt es die Reste der mittäglichen PizzaHut Pizza….mmmmmh….gar nicht mal so gut.

Tag 2

Am nächsten Morgen, was sonst,….3 Uhr früh Tagwache.

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Biiiiiitte Kinder legts euch wieder hin, es ist erst 3 Uhr früh!

Na was will man denn tun. Nuni ist wach und macht keine Anstalten sich wieder hinzulegen. Ok, dann planen wir halt unseren heutigen Tag: Aaaja. Es regnet. Na dann planen wir lieber nix. Wir sind noch K.O. vom gestrigen Tag, legen wir doch heute einfach einen Gammeltag ein. Entspannen, einfach mal nur da sein, nix vor haben.

Was stinkt da so??

Riecht nach verbranntem Plastik! Ist es die Lüftung? Dreh die doch mal ab! Nein, die ists nicht. Der Geschirrspüler vielleicht? Ne. Ich glaub glaub das kommt von draußen. Türe auf und…PUH ja das kommt von draußen! Was auf der Straße? Nein. WO kommts dann bitte her?

Wie ein Spürhund schnüffle ich mich durch den Vorgarten und die Kellerstiege auf und ab. So lange bis ich endlich den Übeltäter finde: ein Schalter!! Der knistert und stinkt erbärmlich. Da dürften wohl funken drin sprühen. Ich drehe den Strom ab und informiere gleich unsere Vermieterin.

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Erwischt! Nach viel Geschnüffel hab ich gefunden was da den Gestank verbreitet.

Zu Mittag will die versammelte Gesellschaft was essen. Was denn? PIZZA!? Urgh, schon wieder Pizza? „Ja die gestern war so grauslich. Die hier soll so UR gut sein!“ Nagut, also wieder Pizza. Im Regen gehe ich auf die Amsterdam Avenue rauf zu Uncle Tony’s Pizza und hole dort ein paar Slices für uns.

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Ein Tag zum daheim bleiben.
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Uncle Tony backt uns leckere Pizza

Die Pizza ist tatsächlich sehr gut, es bleibt aber einiges über, da wir einfach keine Pizza mehr sehen können. Der Tag vergeht langsam und wir freuen uns schon auf morgen. Da kommt unser lieber Freund Jonathan extra 5 Stunden von Vermont runter gefahren nur um mit uns Mittag zu essen! Jetzt aber erst mal gute Nacht und Daumen drücken, dass die Kinder morgen länger schlafen!

Tag 3

Besten Dank, hat geholfen! Immerhin sind wir erst um 4 Uhr aufgewacht.

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Good Morning! Nein, Nuni, um 4 Uhr früh wird keine Wäsche gewaschen.

Früh machen wir uns aus dem Haus, Mittag kommt ja Jonathan an, da wollen wir vorher noch was unternehmen. Der Plan: Mit der Gondel auf Roosevelt Island rüber fahren und danach in den Central Park auf den angeblich tollsten Spielplatz von Manhattan gehen.

Nichts wie los, die Zeit ist knapp. Mit der Metro ab Richtung 60th St / 2nd Ave zur Roosevelt Island Tramway. Am Weg dahin kaufen wir uns Bagel mit Ei oder Butter als Frühstück. Dort angekommen verlässt eine Gondel gerade die Station und hebt sich rauf zur ersten Stütze. Und bleibt abrupt stehen. Und schaukelt in luftiger Höhe wild hin und her. Tja und nun stehen wir da. Am Gehsteig vor der Station und wir blicken auf die schwingende Gondel und die hohen Stützen. Sabine und ich haben ja etwas Höhenangst und so zieht es uns im Bauch alles zusammen. Ähm….Foto machen muss doch reichen, was? Lass uns doch lieber etwas früher auf den Spielplatz gehen, hm? Mit der Gondel fahren wäre doch sicherlich eh nur Zeitverschwendung gewesen…

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Da fährt die Roosevelt Island Tram los. Aber ohne uns.

Wir reden es uns schön und fahren lieber mit unseren Bagel im Gepäck zum Central Park.

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Central Park! Viel besser als sich in einer schaukelnden Gondel zu fürchten.

Der Park gefällt Momo: „New York ist so zugemauert. Da ist Österreich viel, viel schöner! Bis auf den Central Park.“ Was? Central Park besser als Österreich? Bei allem Nationalstolz muss ich allerdings zugegeben, es hat schon einen gewissen Flair in einem so großen Park umringt von Hochhäusern zu sein.

Wir gehen schnurstracks zum Heckscher Playground. Ziemlich groß ist er. Aber der Schönste? Viel Beton sehen wir. Hauptsache die Kinder sind glücklich.

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Da ist der Spielplatz!

Wir suchen uns ein sonniges Platzerl um unsere Bagel zu essen. Mmmh uns schmeckts. Dabei bemerken wir gar nicht wie uns die Eichhörnchen immer mehr belagern.

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Wir frühstücken im Park und wärmen uns auf.
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Leckere Bagel in der Vormittagssonne
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Die frechen Eichhörnchen pirschen sich an

Einmal unaufmerksam weil Nuni herumläuft und da klettert auch schon ein Eichhörnchen über den Zaun und klaut uns einen Bagel! Frechheit! Die flinken Tierchen wissen schon ganz genau was in New York gut schmeckt.

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Und schwuppdiwupp sind sie über den Zaun und klauen uns einen Bagel

Große Felsen stehen hier aus dem Boden, die wollen erklommen werden. Momo zischt hinauf und überblickt das ganze Spielplatzgelände. Das gefällt ihm, so weiß er gleich wohin er als nächstes möchte:

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Momo Messner auf dem Weg zum Gipfelkreuz, ganz ohne Sauerstoffflasche
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Von seinem Feldherrenhügel aus überblickt er den ganzen Spielplatz

Ganz klar, runter vom Fels und Nuni schaukeln! Der sitzt in einem Kindersitz und schmaust seinen halben Frischkäse Bagel. Momo unterstützt Sabine beim Antauchen und Nuni gluckst im Sitz vor Vergnügen.

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Höher! Nuni muss höher fliegen!!
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Nuni taugts. Schaukeln und Bagel essen….besser kanns nicht sein.

Es wird Mittag und ich bekomme die Nachricht, dass mein Freund Jonathan bereits beim Restaurant ist, wo wir uns treffen und essen wollen. Zampacken Kinder, los gehts! Dinosaur Bar-B-Que in der 125th Street, dort warten sie bereits an der Bar. Die Freude beim Wiedersehen ist groß, Jonathan verteilt „bear hugs“. Vor drei Jahren ist er auch bei unserer Hochzeit gewesen. Super ihn hier zu treffen und dass er den weiten Weg von Vermont auf sich genommen hat!!!

Wir plaudern viel über New York, Politik, Ribs, Pulled Pork, Taschenmesser, wie wir uns verändert haben, geben lustige Anekdoten aus unserer gemeinsamen Studienzeit an der Arkansas State University zum besten und verkosten währenddessen Craft-Beer Spezialitäten…..kurzum: es ist schön ihn wieder zu sehen.

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Jonathan ist ein Kindernarr und genießt es mit Nuni zu spaßen

Nach dem guten Essen watscheln wir nach Hause. Nuni ist müde und will schlafen und Sabine und Momo wollen sich noch frisch machen für einen gemeinsamen Mama-Momo Nachmittag.

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Jonathan bleibt noch eine Stunde zum Plaudern, Momo und Sabine zischen wieder ab um gemeinsam Downtown weiter zu besichtigen.

Jonathan und ich haben noch länger gequatscht während Nuni auf mir eingeschlafen ist. Unterdessen sind Sabine und Momo mit der Ubahn zum RockefellerCenter gefahren um dort Eislaufplatz und Weihnachtsbaum zu sehen. Leider war der Baum noch nicht fertig geschmückt und noch entsprechend in Gerüste gehüllt. Eigentlich wollten sie auch Eislaufen, aber horrende Preise und mehrere Stunden Wartezeit schrecken dann doch ab.

Es wurde bald dunkel, da sind die beiden mit dem Bus runter zum Times Square gefahren. Bei Dunkelheit ist er ja noch imposanter!

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Eislaufen am Rockefeller Center wird ausgelassen. Zu teuer und ewige Wartezeiten. Hinter dem Gerüst wird der Weihnachtsbaum geschmückt.

Oh, was sieht Momo denn da am Weg? OMG, einen Nintendo-Store!!! Da gibt es kein Entkommen für Sabine, da muss er rein. Und es wird alles ausprobiert. Super Nintendo, Wii, Switch, Gameboy….alles. Momo im siebten Himmel.

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Alles wird ausprobiert im Nintendo Store

Draußen dampfen die Gullis wieder. Hinter dem Rauch steigt die Scientology Zetrale auf. Vielleicht beitreten? Nein, eher nicht. Da will Momo lieber einen HotDog vom Standl an der Ecke. Der schmeckt richtig gut. Brot, Wurst, Ketchup. Momo ist ein Purist wenn es um HotDogs geht.

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Der dampfende Kanal bildet einen mystischen Rahmen für das Scientology Haus
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Times Square bei Nacht ist viel imposanter als bei Tageslicht
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Yessss…Hot Dog!

Zurück zuhause wird schon Koffer gepackt, denn morgen früh um 7 Uhr müssen wir bereits los zum Zug Richtung Washington DC!

Eine unruhige Nacht später wachen wir um 5 Uhr auf. Na das wird ja schon besser mit dem JetLag! Da wir früh raus müssen ist das auch gar nicht unangenehm, da haben wir gemütlich Zeit uns fertig zu machen und die Koffer final zu packen. Die Koffer sind schwer. 25kg und 25kg, der kleine Koffer hat 12kg. Mein Rucksack wiegt über 10kg. Der Wickelrucksack ist auch voll. Wir schleppen uns wie Mulis ab, die Stiegen zur Metro hinunter, die Stiegen in der Penn Station hinauf zum Wartebereich, dann runter zu den Bahnsteigen und sind erst mal froh, als wir endlich im Zug sitzen und die schweren Sachen los sind.

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Abreise! Kofferpacken steht wieder an.
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Letzter Check und dann gehts los…

Vielleicht vergessen wir wieder etwas? Genau wie in London den Polster? Wir sind gespannt. Ein bißchen Nervenkitzel für zwischendurch.

Iiiiiih es regnet! Die Koffer, das Kind, die Rucksäcke UND den Regenschirm. Dazu noch die Metrostationen ohne Aufzüge…New York ist nichts für vollbepackte onetwofree families :-/

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…vollbepackt durch den Regen.
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Barrierefrei ist in New York nahezu keine Metro Station. Wir schleppen uns ab mit unseren viel zu schweren Koffern.

In der Penn Station wird uns von den „Red Caps“ geholfen. Personen die Unterstützung brauchen dürfen hier in einem separaten Bereich sitzen, bekommen die Koffer zum Zug getragen und dürfen als erstes an Bord gehen. Dieser Service wurde uns gleich empfohlen. Sehr freundlich allesamt. Phil heißt unser Red Cap, der tatsächlich mit einer roten Kappe unterwegs ist.

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Im Wartebereich können wir die schweren Sachen erst einmal abstellen und unsere Rücken entlasten.

Die Amtrak Züge sind ausgesprochen komfortabel. Die Sitze breit und weich, viel Fußfreiheit und die Waggons sind ruhig und weich gefedert. Da hatten wir eindeutig Schlimmeres befürchtet. Der Zug ist restlos ausverkauft. Wir haben Gott sei Dank 2+2 Sitze nebeneinander bekommen. Wir trauen uns nicht aufzustehen, aus Angst, dass unsere Sitze dann weggenommen werden.

Die Zugfahrt hat gerade begonnen, da merken wir….*schnüff schnüff* es müffelt gewaltig nach Kaka. Oh no, Nuni war das. Und zwar aus allen Seiten der Windel raus.

Wir müssen ihn sofort umziehen, da braucht es Sabine und mich gleichzeitig, so voll ist er und seine ganze Kleidung. Wir gehen aufs Klo und hoffen, dass keiner mehr Sitzplatz sucht. Kaum drin bleibt der Zug in der nächsten Station stehn. Verdammt, verdammt jetzt kommen wieder neue Passagiere an Bord. Und das gerade jetzt wenn Nuni raunzt, auf und ab hüpft weil er nicht mehr will. Sabine hat Nunis Kaka auf ihrer Hand und auf der Hose, ich bin hektisch wegen der Sitzplätze. Wir einigen uns, dass Sabine alleine den Kampf weiter führt und ich die Plätze beschütze.

Schnell noch ein Plastiksackerl für die schmutzige Wäsche und Ersatzgewand zu ihr gebracht und dann bleiben Momo und ich dick auf den Plätzen sitzen.

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Endlich im Amtrak Zug! Die Sitze sind breit und bequem, viel Platz für uns. Das ist besser als erwartet!

Die restliche Zugfahrt nach Washington verläuft unspektakulär, die Landschaft ist wechselhaft, denn wir fahren über breite Flüsse, durch die Großstädte Philadelphia und Baltimore und durch rurale Gegenden.

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Unsere Route nach Washington DC führt durch die Bundestaaten New Jersey, Pennsylvania, Delaware und Maryland

Nuni wird die dreistündige Fahrt mit Essen abgelenkt, Momo und ich spielen Runde um Runde UNO. Mal mit richtigen Regeln, dann wieder mit erfundenen.

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„Momo, du bist dran.“ … „Papa, im Spiel gibt es jetzt die Regel dass man auf die blaue 4 alle Karten legen darf, ok?“

Und dann sind wir endlich da. Washington D.C. WOHOOO!

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Endlich am Ziel! Washington D.C. Union Station!

Aber wo sind jetzt die Busse? Und wo kriegen wir die Tickets?? Kann jemand den Donald anrufen dass er uns abholt und zum Hotel bringt? Nein?

Na das kann ja was werden….