Tipps an alle (baldigen) Neumamas von Altmamas

Guten Abend meine lieben Damen!

Nachdem bei mir im engsten Freundeskreis alle Mamis ihre zweiten Babys bekommen haben und es bei mir auch bald mal ansteht, haben wir über unsere erste Zeit als Mamas nachgedacht.

Wie war es damals fürs uns Mama zu werden? 
Wie war die erste Zeit mit unserem ersten neuen Erdenbürger?

Ich habe in der Schwangerschaft soooo viele Bücher, Videos und Blogs über Schwangerschaft und Geburt gelesen/geschaut und war trotzdem absolut nicht auf das Mama-sein vorbereitet.

Hier sind die Dinge von denen wir damals keinen blassen Schimmer hatten und diese nun allen Mom-to-be und Neu-Mamas gerne mitgeben wollen, damit die Anfangszeit für euch dadurch vielleicht etwas einfacher wird als bei uns damals 

1. Liebe auf den ersten… Häh?:
Wie sehr habe ich den Moment herbeigesehnt wo ich mein Baby rausdrücke, es auf meinen Bauch gelegt wird, die Hormone beginnen einzuschießen und ich der glücklichste Mensch der Welt bin, weil ich mein Mutterglück kaum fassen kann.
Tja, FAIL!
Ich hatte diesen Hormonrausch leider nicht. Ich fand mein Baby eh ganz ok und habe mich so gut es ging darum gekümmert… aber diese Mutterliebe, die mich ohne zu zögern mich für mein Kind opfern lässt, kam erst nach einigen Wochen. Manchmal dauert es etwas bis man sein Kind innig liebt, weil man sich erst gegenseitig kennen lernen muss. Diese Liebe auf Knopfdruck muss nicht da sein und das ist auch voll OK! Sie wird kommen und falls nicht, dann kann ich euch in Wien das FEM sehr ans Herz legen. (http://www.fem.at/FEM/fem.htm)

2. Hormonabfall im Wochenbett:
Ich habe oft nachts geschwitzt wie ein Schwein (OT: Schwitzen Schweine überhaupt?!) und mein Kreislauf war auch nicht ganz auf der Höhe. Ich wusste von Babyblues, aber, dass man körperlich so hinüber sein kann war mir absolut nicht bewusst!

3. Stillen will gelernt sein:
Der Stillstart kann mega anstrengend und auch echt hart sein. Abgesehen von wunden Brustwarzen kommt es manchmal auch zur Brustentzündung oder Milchstau, alles echt nicht fein (Topfen für den Milcheinschuss am besten schon vorab zu Hause einkühlen!). Wenn ihr unbedingt stillen wollt, versucht durchzuhalten, es zahlt sich aus! Für alle bei denen es nicht funktionieren will (wie bei mir, trotz Stillberatung und voller Hingabe) oder ihr einfach, warum auch immer, nicht stillen wollt, lasst euch gesagt sein: Die Kinder wachsen auch wunderbar mit Pre-Milch auf und ihr seid trotzdem die beste Mama für euer Kind!

4. Wochenbett ist unsexy:
Ich hatte wochenlang Wochenfluss und bin deshalb unten mit Windel und oben mit schmerzenden, auslaufenden Brüsten halbnackt in unserer Wohnung rumgelaufen. Generell stinkt einfach alles (inklusive man selbst) nach Milch, Babykotze, Babykacke und Wochenfluss…. Aber es gibt wieder ein Leben danach!

ad4. Wochenbett kann auch super sein:
Wochenbett unbedingt, aber bitte jeder wie es ihm passt! Es gibt auch Mamas die viel lieber etwas unternehmen, weil sie sich fit fühlen und auch das ist nicht verboten! Wochenbett ist dazu da, dass man DAS tut was sich gut anfühlt. Wenn das nur mit Baby rumliegen und sich bemuttern lassen ist, OK; wenn das mit Baby von einem Treffen zum nächsten hopsen ist, auch wunderbar! Jeder soll doch bitte so machen wie es einem gut tut und nicht „wie es sein sollte“.

5. Baba Selbstbestimmtheit:
Plötzlich ist das Baby da und mit einem Schlag ändert sich gefühlt ALLES. Die Welt dreht sich 24h am Tag nur um das Baby und nicht mehr um sich selbst. Wie sehr habe ich es vermisst einfach aufs Klo zu gehen wenn ich muss, Essen wann und wo ich will, sich in Ruhe zu duschen… Die ersten Wochen ist meine Mama jeden Tag am Vormittag bei mir gewesen und hat sich um mein Baby gekümmert, damit ich mich in Ruhe waschen konnte, weil er sonst durchgeweint hätte. Ich sags euch… Ich habe meine eine Stunde Auszeit täglich sehr genossen, es war wie ein Spa zum Kraft auftanken!

6. Cry Baby, cry:
Einer meiner liebsten RatSchläge war damals „Sei entspannt, dann ist dein Baby auch entspannt.“ Ahja… Danke für nichts.
So ein (fast) dauer schreiendes Baby kann einen wirklich in den Wahnsinn treiben! Es ist schon eine wahnsinns Leistung, wenn man ein viel weinendes Baby (dem offensichtlich nichts fehlt und alles gecheckt wurde) aushält ohne durchzudrehen. Bravo dafür! Und falls ihr nicht mehr weiter wisst, holt euch Hilfe lieber früher als zu spät! Da ist nichts Schlimmes dabei und ihr habt nicht versagt; im Gegenteil, es zeigt wie stark ihr seid!(https://www.gesundheit.gv.at/leb…/eltern/baby/schreiambulanz)

7. Einsam in der Zweisamkeit:
Obwohl man plötzlich ständig ein Baby am Körper kleben hat kann man sich extrem einsam fühlen. Ich glaube die ersten Wochen mit Baby waren die einsamsten Wochen meines Lebens. Wenn ihr andere Mamas kennt die ihr sehr gerne habt, anrufen und herzitieren, egal wie unmöglich die Wohnung aussieht. Wenn ihr noch niemand anderen kennt geht zu Stillgruppen! Da lernt ihr andere Mamas kennen und plötzlich fühlt man sich mit seinen Problemen nicht mehr so alleine. Und wenn ihr niemanden kennt und anfangs nicht das Haus verlassen wollt, geht online und sucht in Foren nach anderen Mamas mit ähnlich alten Babys! So habe ich damals auch eine meiner engsten Mama-Freundinnen kennengelernt 

8. Willkommen im Vergleichs-Wahnsinn:
Ach, dein Baby kann sich noch nicht drehen? Du gibst also Fläschchen? Du stillt noch immer? Ihr lasst euer Baby echt bei euch im Bett schlafen? Was für eine Rabenmutter legt ihr Baby in ein anderes Zimmer? Du weißt aber schon, dass Tragen das Beste für dein Baby ist? Bitte nimm den Kinderwagen, dein Baby bekommt in der Trage doch gar keine Luft!…
Einmal (oft schon in der Schwangerschaft) begonnen, hört es nicht mehr auf. Alle wissen alles besser und verunsichern einen damit. Gerade am Anfang ist man sehr sensibel und bräuchte eigentlich Zuspruch um auf sein Bauchgefühl zu hören und bekommt oft nur „gut gemeinte“ RatSchläge. Wir können dir versichern, früher oder später wirst du deinen Weg finden und dich nicht mehr dafür rechtfertigen. Du findest den besten Weg für dich und dein Baby!

9. Mamas dürfen raunzen:
Ja, es ist wunderbar Kinder zu haben! Sie erfüllen unser Herz mit Liebe und wir würden sie für kein Geld der Welt hergeben. ABER es ist auch oft extrem mühsam Mama zu sein. Am anstrengendsten ist die Tatsache, dass manche Mamas nicht offen damit umgehen wie scheiße es einen oft geht und dadurch ein Tabuthema aufgebaut wird, das eigentlich gar keines sein sollte. So wird wieder Einsamkeit geschaffen.
Also Mamas: JA, es darf einen das Mama-sein auch mal am Arsch gehen. Das ist total OK!

TOP TIPP: Scheut euch nicht Hilfe zu holen oder anzunehmen!!! 
Ich weiß, manche schaffen es auch ohne.. blablabla… Das ist egal! Denkt immer daran: Nur wenn es der Mama gut geht kann es dem Baby gut gehen!
Also nehmt euch verdammt nochmal jede Hilfe die ihr kriegen könnt und das ohne schlechtes Gewissen!

Wie gesagt, diese Dinge sind natürlich absolut subjektiv und es geht nicht jeder Mama so! Nachdem ich aber einige Mamas kenne, denen es ähnlich ging war es mir wichtig anderen Noch-Nicht-Mamas die Chance zu geben auch einmal von dieser Seite des Mama-Werdens zu erfahren.

Alles Liebe von mir 🌼