Wohnmobil Tagebuch Teil 6: Nordinsel Teil 2

Von Jacob

17.11.
Der Wecker geht um 6.15 Uhr los. Wir stehen immer noch am Parkplatz des TePapa Museums in Wellington. Unser Parkschein läuft bald ab. Uaaaah. Mühsaaaam. Aber besser so als Strafe zahlen. Müd fahren wir los Richtung Nordwesten. Wir fahren weiter als ursprünglich geplant, erst den Highway 1, danach am Highway 3 an der Küste entlang. Die Strecke ist teilweise hübsch aber großteils eher langweilig.

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Wir fahren bis auf eine Mittagspause bei Whanganui durch bis Stratford. Dort steht imposant der Mount Taranaki, ein alleinstehender, erloschener Vulkan. Sieht toll aus mit seiner perfekten spitzen Kegelform und erinnert uns an den Schicksalsberg aus Herr der Ringe (der Originalberg aus dem Film, der “Ngauruhoe”, liegt allerdings ca 200km von hier entfernt). Unser Mount Taranaki streckt sich von Meereshöhe bis auf 2500m in den Himmel. Wir fahren einen kleinen Teil bis zu einem Aussichtspunkt auf ihn hinauf. Fesch. Es gibt Klettertouren auf den Gipfel, von dort muss es an wolkenfreien Tagen einen 360° Blick auf die Nordinsel geben! Wir lassen das aber mal aus. Der Aussichtspunkt reicht uns.

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Mount Taranaki, schöner könnte man einen Vulkan auch nicht zeichnen
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Der Blick aufs Meer vom Mt. Taranaki

Am Fuß des Berges liegt im Städtchen Stratford der Stratford Kiwi Motels & Holiday Park. Ein lieber Campingplatz. Alles ist neu renoviert hier. Der 4-jährige Sohn der Besitzer spielt mit Moritz am Trampolin und zeigt ihm bei welchen Campinggästen es Schoko und Lollies gibt. Die Müdigkeit von heute morgen holt uns rasch ein. Wir gehen schnell schlafen und wollen Wäsche und andere Hausarbeit lieber morgen erledigen. 🙂

18.11.
Eine superangenehne Nacht wars. Die Fenster sind schon von von der Morgensonne warm. Es gefällt uns. Wir entscheiden uns noch eine Nacht zu bleiben. Wir waschen entspannt Wäsche und Geschirr, hüpfen am Trampolin, gehen kurz durch den Ort wo wir was zum Mittagessen suchen. Hier in Stratford sind im Grunde alle Geschäfte auf der Hauptstraße, das erspart uns viel Gehen. Sie haben auch einen Glockenturm. “The only Glockenspiel ( gesprochen: “Glackenßpieal” in New Zealand!”. Schwarz-Weiß auf Fachwerkbauoptik hingetischlert. Wahrscheinlich historic aus dem Jahr 1993.

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Stratfort mit dem besten Glockenspiel in New Zealand

Wir gehen rein zu Colonel Malone’s, da sieht das Menü gut aus. “Die Köche sind grad nicht da, kommen so um 17 Uhr wieder. Jetzt ist eeees 13.00 Uhr. Na gehen Sie doch ins Sgt. Pepper Café!”. Mist. Nagut. Wir gehen also die Straße runter ins Sgt. Pepper Café. “Hallo ja wir servieren Essen bis 14.00 aber wir schließen gerade die Küche weil nix los ist. Gehen sie doch zu Colonel Malone’s!” Hmpf. Bravo. Letztendlich wirds eine Margherita mit Feta und Spinat vom Magic Pizza Inder. Die nehmen wir mit heim und sehen uns Pizza mampfend einen Disney Film an. “Open Season” der ist so lala finden wir. Am Nachmittag gehen wir in den Pool schwimmen. Der ist schön warm und groß.

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Zugedeckt mit der Luftpolsterfolie im Pool

Wir sind allein und haben Spaß. Wir duschen danach und lassen den Tag entspannt zu Ende gehen.

19.11.
Moritz hat etwas unruhig geschlafen, wahrscheinlich war der Film etwas zu viel obwohl wir ihn auf zwei Raten gesehen hatten? Wir packen uns zusammen. Sabine geht duschen ich wasch das Geschirr und räum den Wagen etwas auf. Wassertank voll, Schmutz draußen. Moritz ist beim Buben der Parkbesitzer drin iPad schauen. Wir sind fertig und holen ihn ab. Heute wollen wir auf den ‘Forgotten World Highway’ (so heiß der Highway 43 von Stratford bis Taumarunui) der auf 150km nur an wenigen Häusern vorbei kommt und sich Zick Zack, rauf und runter eng an die Konturen des Landes schmiegt. Er soll eng sein und nicht besonders fahrerfreundlich, 12km lang Schotterstraße und ohne Tankstelle oder Handyempfang auf der ganzen Strecke. Schlaglöcher soll es ebenfalls viele geben. Kriegt man einen platten Reifen muss man warten und hoffen dass noch ein wahnsinniger wie man selbst vorbei kommt. Wir sind aufgeregt und bereiten uns vor. Kaufen im New World Supermarkt Wasser und viel essen ein und tanken für 1.12 NZD pro Liter sehr günstig Diesel voll. Dann gehts direkt in Stratford los.

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Der Forgotten World Highway beginnt :O

“Forgotten World Highway begins”. Sagt das Schild. Ein schöner Highway. Wir würden sagen, es ist eine enge Bundesstraße. Die Landschaft ist eine komprimierte Bucklige Welt. Kleine spitze Hügel reihen sich eng aneinander. Die Straße folgt ihnen. Es geht rauf und runter und rundherum. Wem leicht schlecht wird sollte das eher bleiben lassen. Wir haben kein Problem damit und haben Spaß am kurven. Das Wetter ist toll, beim zurücksehen entdecken wir einen wolkenfreien Mount Taranaki mit schneebedeckter Spitze.

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Zwischen diesen vielen kleinen spitzen Hügerl schlängelt sich der Highway

Die Straße bleibt voll ok. Wann beginnt der schlimme Teil?? Die Hügerl sind grüne Weiden für Kühe und Schafe. Die sehen uns alle komisch an beim Vorbeifahren als wären Autos was fremdes. Mit ca 50km/h schleichen wir durch die wilde Landschaft. Schneller geht es nicht. Wir kommen nach ca 1 Stunde im einzigen Örtchen der Strecke an: Whangamomona. Da gibt’s eine der angeblich coolsten Bars von ganz Neuseeland. Die Bar vom Whangamomona Hotel.

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Diese paar Häuser sind eigentlich schon der Ort Whangamomona

Die Betreiber würden in Amerika als waschechte Rednecks durchgehen. Schnauzbart, Gnackmattn, Jogginghose und zerfetztes Schirmkapperl und einen fiesen Dialekt. Sehr nett sind sie und haben sichtlich Spaß an der Arbeit. Dass es hier nicht zwingend langweilig sein muss erkennt man auch daran, dass sich dieser total abgelegene Ort selbst zur Republik ernannt hat. Als ‘Ausländer’ holen wir uns ordnungsgemäß bei der ‘Einreise’ einen Stempel im Pass und bestellen im gleichen Zug beim Zollbeamten auch was zu essen an der Bar. Getrunken wird Cranberry-Lime Juice. Sehr lecker.

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An der Bar
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Der Stempel der Republik Whangamomona 😀

Weiter geht’s. Nach ein paar Minuten beginnt die Schotterstraße. Aaah endlich. Die Landschaft sieht auch vergessener aus. Urwald links und rechts. Wir passieren ein weiteres Wahrzeichen des Highways, den uralten, einspurigen Tunnel der in Handarbeit aus dem Felsen geschlagen wurde.

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Durch den über 100 Jahre alten Tunnel passen wir in der Breite gerade so durch

Der Highway gefällt uns. Aber wo sind die Schlaglöcher. Alles ist repariert. Was soll das? Es kommt uns fast kein Auto entgegen, hinter uns ist auch nix los. Die trauen sich wohl alle nicht. Oder haben sie den Forgotten World Highway etwa….vergessen…höhöhöhöhöhhö. Es geht alles problemlos. Der Highway wird nach 20 Minuten auch wieder asphaltiert, breiter und gerader. Und aus Urwald wird wieder Weideland. Um 16.00 Uhr halten wir am Te Maire Parkplatz. Der Parkplatz ist ein mini Fleckerl Wiese im Wald mit Platz für 2 Autos). Hier gibts eine schmale Indiana-Jones-artige Hängebrücke, die wir uns ansehen.

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Te Maire

Danach wollen wir heute nicht mehr Autofahren und übernachten hier. Windstill ists, wenige Schafe hört man in der Entfernung. Es wird schnell dunkel. Ein anderer Camper parkt sich noch neben uns ein. Auch angenehm, so sind wir nicht ganz verlassen. 🙂

20.11.
Wir wachen auf vom laufenden Motor neben uns. Da hat sich doch tatsächlich noch ein Dritter dazwischen geschummelt. Frechheit. Na wenigstens fährt er schon wieder.. .wir bleiben gleich im Pyjama. Es freut uns nicht uns anzuziehen. Wir fahren den Forgotten World Highway zu Ende und biegen links ab und zischen hinauf nach Waitomo! Da gibt es viele Höhlen im Kalkstein, aber eine davon ist die berühmte Waitomo Glowworm Cave! Glühwürmchen haben wir auch schon im Wald gefunden, aber hier soll es unvergleichbar toll sein. Wir sind um 13.00 Uhr da und kaufen uns die Tickets. Nächste Tour ist um 16.00 Uhr. Das ist gar nicht so unbequem, da können wir noch gemütlich mittagessen und uns die 30 min entfernte ‘Natural Bridge’ ansehen. Gegessen werden Nudeln und mal wieder Eiernockerl. Die Natural Bridge ist eine hübsche Felsformation und mit einem netten 15 minütigen Spaziergang verbunden.

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Der verwitterte Kalkstein kommt hier überall aus dem Boden
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Das Wegerl zur Natural Bridge
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Moritz freut sich, dass die Blumen zu seinem Leiberl passen

Um 16.00 Uhr sind wir wieder bei den Waitomo Caves. Hier herrscht leider strenges Foto und Videoverbot 😦 wir werden in einer 20 köpfigen Gruppe hineingeführt und sehen erst eine hohe Tropfsteinhöhle, danach werden wir hinunter zu einem unterirdischen Fluss geführt. Dort setzen wir uns in ein Boot. Es wird stockdunkel und alle schweigen. Das einzige Geräusch wird von den Wassertropfen, die in den stillen unterirdischen Fluss fallen, erzeugt. Der Tour Führer zieht uns an einem Seil durch den Fluss…und auf einmal wird die Höhle erhellt durch abertausende, blaue Glühwürmchen, die an der Decke leuchten. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Es wirkt wie das Gewölbe einer Kathedrale voll besetzt blau leuchtenden Sternen. Es ist wie im Märchen. Die Fahrt dauert 10 Minuten. Wir werden von Kammer zu Kammer geschifft. Phantastisch sieht es aus. Die Glühwürmchen sind  ja eigentlich Fliegenlarven, die mit ihren leuchtenden Hintern kleine Insekten anlocken wollen um sie zu fressen. Also keine echten Glühwürmchen. Aber wenn sie ‘Fliegenlarven Höhle’ genannt würde wär hier wohl kein Mensch….Relativ plötzlich biegen wir um eine Kurve und sind im Freien, am Ausgang der Höhle, wo der Fluss den Berg verlässt. Schade. Kurzes (leider foto- und videoloses) Vergnügen, aber schön wars 🙂

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Damit ihr es euch besser vorstellen könnt hier ein Foto von der Website der Glowworm Caves

Wir hüpfen in unseren Maui Camper und fahren 15 Minuten zum Roselands Restaurant wo wir uns noch eine stark beworbene, online hochgelobte aber letztendlich wirklich grausliche Beef Casserole (mit Mehl eingedickter Eintopf aus den Fleisch und Gemüserestln des Mittagsbuffets) geben. Dazu fischen wir uns Reis direkt aus dem Reiskocher. Mäßig das ganze. Ein Verdauungsspaziergang und halbes Flascherl Jägermeister renkt unsere Mägen wieder ein. Hier dürfen wir gratis am Parkplatz übernachten. Der ist etwas abschüssig, aber wir rollen uns halt zusammen in eine Ecke. Feine Sache.

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Hier gehen wir den Roselands Restaurant Beef Casserole Verdauungsspaziergang

21.11.
“Kikeriki” schreit der Hahn am Gelände und weckt uns auf. Es ist noch dunkel draußen. Blöder Vogel. Einmal noch umdrehen und weiterschlafen. Wieder werden wir geweckt. Diesmal aber vom ratternden Kühltransporter der dem Restaurant Bier und Cola bringt. Na was solls. Stehen wir halt auf.

Heute fahren wir nochmal länger. Wir wechseln nämlich rüber an die Ostküste der Insel. Wir legen erst in Hamilton einen Zwischenstopp ein. Wir sehen uns 90 Minuten lang (so lange gilt nämlich das gratis Parkticket) die Stadt an. Sehr nett. Man merkt es ist eine Großstadt, sie ist aber kleiner und gemütlicher als es Auckland oder Wellington sind. In dieser Stadt hat Richard O’Brien die Rocky Horror Show erdacht. Hamilton hat ihm daher ein Denkmal gebaut. An dem Ort an dem sie seinen Friseurladen abgerissen haben 😀

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Hier in Hamilton wurde die Rocky Horror Show erfunden
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Es gibt Frank’n’Furters Labor…
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…und Riff Raff ist auch da

Ein wenig weiter bauen sie grad den (künstlichen) Weihnachtsbaum auf. Es weihnachtet schon in Hamilton! In den Schaufenster sieht man schon viele Nikolos und Christbaumkugeln. Die Stadt ist nett, wir fahren aber bald weiter ohne wirklich was gesehen zu haben.

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Der Weihnachtsbaum wächst
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Auch in den Malls weihnachtet es sehr
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Im Park ist es dann wieder einfach Sommer

Wir fahren, fahren, fahren bis wir am Meer sind, in Maketu. Wir rollen gleich zum Maketu Hilltop Holiday Park. Der ist etwas schmuddelig aber wir entspannen und erholen uns von der mehrstündigen Autofahrt.

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Im Wohnmobil schauts aus wie Sau, aber alle entspannen sich und keiner will was arbeiten 😛

Wir bleiben lange auf und knotzen alle bis fast Mitternacht 🙂 Moritz hustet…na hoffentlich wird er nicht krank.

22.11.
Es ist 1 Uhr nachts. Moritz hustet immer mehr. Schiach hört sich das an. Um 2 kriegt er kaum mehr Luft. Es ist wieder ein Krupp Husten bei dem der Kehlkopf zuschwillt! Moritz weint und schreit, kriegt kaum Luft. Wir werden hektisch. Draußen an der kalten Luft herumtragen hilft wenig. Die Nachbarn verfluchen uns sicher schon wegen dem Lärm, aber das ist uns egal. Moritz weigert sich schmerzstillenden Fiebersaft zu trinken und steigert sich komplett rein. Wir machen das Auto fertig um ins nächste Spital zu fahren…Sabine hat den Einfall, Moritz vor seine Lieblingssendung auf Youtube zu setzen. Das hilft!! Er beruhigt sich und trinkt, immer noch widerwillig aber immerhin, den Fiebersaft. Das ist jetzt auch notwendig denn mittlerweile hat Moritz auch schon leichtes Fieber. Abschwellende Nasentropfen….es wird besser. Das Fieber geht auch langsam wieder weg.

Wir wachen bis 4.30 Uhr in der Früh neben ihm. Dann kippen wir alle um und schlafen. Um 8.00 Uhr wachen wir halbtot auf, packen uns zusammen und fahren bald zu einer guten Kinderklinik in Waihi. Wir fahren dabei durch klingende Ortschaften wie Te Puke (selbsternannte Kiwi Hauptstadt der Welt) oder Katikati. In der Klinik sind sie sehr freundlich. Wir warten kaum 10 Minuten bis wir reingebeten werden. Die untersuchen ihn, beruhigen uns und geben Moritz noch etwas Medizin. Das ganze für 80 Dollar (ca. 60 Euro). Top!! Uns gehts gut, wir fahren an den Strand von Waihi. Dort in der “Hot Pipi Bar” wollen wir sicherheitshalber nichts trinken. Wir bleiben bei Wasser. Der Strand ist schmal aber ganz hübsch.

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Entspannung am warmen Sand
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Moritz geht es wieder besser und er spielt fröhlich im Sand

Hier gibt es, wenn man etwas gräbt, wieder den schwarzen Glitzersand wie wir ihn schon im Abel Tasman Park gesehen hatten. Wir nehmen uns ein kleines Döschen davon mit. Sandspielen, sonnen, Auto mit Sand vollbröseln….und dann zum Campingplatz. Wir wollen heute lieber noch auf einem Campingplatz sein, sollte doch noch irgendwas mit Moritz sein. Nach Athenree gehts. Kurze Fahrt. Da gibts den Athenree Hot Spring & Holiday Park.

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Im Athenree Hot Spring & Holiday Park gefällt es uns

Ich koche wieder Nockerl vor, Moritz hüpft am Trampolin und Sabine wäscht. Moritz ist sichtlich noch nicht fit. Wir lassen ihn etwas hüpfen, holen ihn dann aber wieder rein und schauen, dass wir den Tag ruhig ausklingen lassen. Der endet bald, die zwei Stunden Schlaf heute Nacht waren ja nicht unbedingt viel.

23.11.
Gammeltag! Im Pyjama verlängere ich unseren Aufenthalt hier um eine Nacht. Wir bleiben den ganzen Vormittag im Bett und lassen uns von Moritz anfurzen. Wenn er “Guten Morgen Schas!” ruft, wissen wir, dass es Zeit wird das Fenster zu öffnen. Wir sehen uns den Film Stuart Little an, gehen in die zwei Pools mit Thermalwasser aus den Campingplatz-eigenen Quellen. Herrlich. 36 Grad im großen Becken und 40 im kleinen. Mmmmh. Badewanne. Wir wärmen uns bis die Finger und Zehen schrumpelig sind.

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Hier wagen wir einen kurzen Gang ins Pipiwarme Wasser

Kurze Ausflüge zum Trampolin machen wir, ansonsten bleiben wir im Bett liegen und quatschen, planen oder blödeln. Sabine hat etwas Kopfweh und bleibt im Wohnmobil. Sonntag geben wir das Wohnmobil zurück. Sechs Wochen waren wir dann damit unterwegs…da genießen wir einfach mal das nichts tun und freuen uns daran keine Termine zu haben 🙂

24.11.
Sabine hat in der Früh bereits erhöhte Temperatur. Anscheinend hat sie sich bei Moritz angesteckt. Wir fahren nicht lange aber etwas näher an Auckland ran. Die Owharoa Falls liegen am Weg und sind direkt an der Straße, die wollen wir uns alle schnell ansehen.

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Die Owharoa Falls lassen wir uns nicht entgehen, auch wenn wir gesundheitlich angeschlagen sind
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Moritz lässt seinen „Stein der Liebe“ zurück, weil es ihm hier gut gefällt

Moritz platziert seinen „Stein der Liebe“, den wir  ja seit Christchurch im Auto mit uns führen, am Wegweiser. Es gefällt ihm hier gut und so kann jemand anderer den Stein finden und mitnehmen und ist dann auch verliebt. Süß 🙂

Wir fahren flott weiter nach Karangahake in den Miranda Holiday Park. Soll sehr nett sein. Wir buchen einen Platz für zwei Nächte. Der Campground hat alles, ist aber ungemütlich riesig und voll ausgebucht. Sabine fühlt sich mies und bleibt im Bett während ich mit Moritz in den warmen Pool gehe.

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Sabine wird immer kränker

Hier dürfte das Wasser wieder mineralischer sein, denn wir stinken beim Rausgehen nach Schwefel. Sabine gehts immer mieser. Gegen 5 Uhr hat sie schon richtig Fieber. In dem Zustand möchte sie nicht mehr zwei Nächte im Wohnmobil verbringen. Wir entschließen uns das Auto bereits morgen, also einen Tag früher als geplant, zurück zu geben. Ich gehe zur Rezeption und möchte die zweite Nacht stornieren, man sagt mir es war eh nur eine Nacht gebucht. Eigentlich eine Sauerei, vor allem bei voll ausgebuchtem Platz, aber in unserem Fall kommts ganz gelegen. Moritz hustet uns schnupft noch, Sabine ist k.o.. Ich rufe Maui an, melde die vorzeitige Rückgabe unseres Wohnmobils an und buche eine Expressrückgabe. Da brauchen wir kein Gas aufzufüllen, Schmutzwasser auszuleeren oder die kilometerbezogene Dieselsteuer zu zahlen. Zahlt sich in unserem Fall aus, da wir so viele km gefahren sind und der Fixpreis der Expressrückgabe nur 15 Dollar mehr ist. Danach versuchen wir bereits ein paar Vorbereitungen zu treffen. Ein paar Dinge packen wir bereits ein, und Lebensmittel werden verwertet soweit es geht. Wir gehen aber relativ früh schlafen, denn Sabine fiebert wieder hoch.

25.11.
Tag der Rückgabe! Wir packen alles ein, sortieren viel aus, schmeißen auch kaputte Kleidung weg um Platz zu gewinnen. Entgegen meinen Befürchtungen passt tatsächlich alles gut und ohne viel Fluchen in die Koffer. Bei Sabine haben sich noch starke Halsschmerzen dazugemischt. Sie versucht sich halbwegs auszuruhen. Wir fahren in die Nähe von Maui Auckland und parken am Straßenrand. Unser Zimmer im Holiday Inn nebenan ist noch nicht fertig. Darum machen wir eine letzte Restlverwertung und essen Eiernockerl mit Salat, trinken Kakao und knuspern Kekse (bis auf Sabine, mit Halsweg sind Keksbrösel nicht sonderlich angenehm im Hals).

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Das Kofferpacken geht leichter als befürchtet
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Moritz bewacht derweil die Straße und mustert die Fußgänger

Um zwei Uhr können wir dann unser Zimmer im Holiday Inn beziehen. Wir fahren mit dem Wohnmobil vor und tragen das schwere Gepäck rein. Aaaaah ein Bett in dem man sich komplett ausstrecken kann! Luxus! Sabine bleibt gleich im Bett, Moritz und ich bringen den Wohnwagen zu Maui. Ich beschwere mich noch etwas über alle Ärgerlichkeiten, die wir mit dem Wohnmobil so hatten (Batterie hat nicht gut gehalten, Waste-Tank Display hat nicht funktioniert und der Dreck ist in der Dusche hochgekommen, usw.) und bekomme 150 Dollar Entschädigung. Nicht was ich mir erhofft hatte, aber es ist immerhin etwas. Beim Schlüsselabgeben beginnt Moritz zu weinen, weil ihm der Abschied vom Auto schwer fällt. Wir gehen noch eine kurze Runde durchs Wohnmobil und verabschieden uns vernünftig von allen Betten und Sitzen.

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Endstation für unseren Maui am Flughafen Auckland
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Der Abschied fällt Moritz nach 6 Wochen Wohnmobil schwer

Jetzt geht es ihm besser und Moritz und ich gehen zu Fuß die paar Meter rüber zu unserem Holiday Inn. Sabine hat sich fein geduscht und was frisches angezogen und fühlt sich schon etwas besser. Am Abend hat sie wieder Fieber aber erfreulicherweise nur leicht. Wir genießen den vielen Platz im Zimmer und die großen Betten.

Wir reden im Bett über die Reise. Schön war es im Maui 🙂 Wohnmobilreisen ist definitiv etwas, das wir wieder machen möchten! In Europa oder Amerika? Im Wohnmobil nach Asien? Kaufen? Mieten? Wir diskutieren und phantasieren über die Möglichkeiten.

Morgen fahren wir mit dem Taxi nach Auckland rein ins Pullman Hotel. Dort bleiben wir dann die letzten 8 Nächte in Neuseeland. Außerdem sehen wir uns die Weihnachtsparade an. Und unsere liebsten Plätze und Lokale werden wir nochmal besuchen. Wir freuen uns schon. Sabine geht es auch gefühlt wieder besser. Zum Arzt werden wir aber sicherheitshalber trotzdem nochmal schauen. Es blühen hier mittlerweile ganz andere Pflanzen als vor 6 Wochen, alle Bäume sind mittlerweile grün, das macht es reizvoll Auckland nochmal zu entdecken. Wir freuen uns schon drauf!

Wir haben zwar noch anderthalb Wochen hier, aber eines ist jetzt schon klar: An diesen Urlaub werden wir uns sicher noch lange erinnern. Neuseeland hat uns sehr gefallen :))

Danke, dass ihr mit dabei wart!

Alles Liebe, eure

OneTwoFree Family

 


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