Wohnmobil Tagebuch Teil 5: Südinsel Norden

Von Jacob

9.11.
Heute früh gehen wirs gemütlich an. Es wird ein sonniger, warmer Tag werden. Schon am Morgen hat es 12 Grad und blauen Himmel. Wir gehen duschen, leeren die Abwassertanks und füllen den Wasservorrat an. Momo zieht sich wieder die EAV Playlist rein und singt schon laut “Es fährt kein Zug nach Eierbach und auch kein Autobus…” mit. Sabine plant die Route für die nächsten Tage und ich räume das Wohnmobil etwas auf. Um 11 müssen wir raus. Das trifft sich gut, denn um 12.45 holt uns das Boot ab, das uns eine Tour an der Küste des Abel Tasman Nationalparks entlang schippert. Um 11 fahren wir los und parken uns 5 Minuten später am Kaiteriteri Parkplatz wieder ein, gehen zum Standl der Wilsons Tours und holen unsere Tickets. Direkt daneben ist ein Fish’n’Chips Lokal. Da essen wir noch schnell etwas. Sabine nimmt eine Portion Wedges und Mini-Falafel, Momo den Fish of the Day und ich den Gurnard (auch ein leckerer Fish). Alles recht gut aber sehr fettig gebacken. Das Mittagessen liegt uns etwas schwer im Magen. Nelson ist aber eine alkoholfreie Zone daher gibts kein Verdauungsschnapserl für uns. Wir knotzen uns in die Sitzsäcke und warten aufs Boot. Mittlerweile ist es sehr heiß und es herrscht Sonnencreme-Pflicht (für Momo und mich). Pünktlich kommt das Boot daher und streckt die Landungsbrücke auf den Strand. Wackelige Geschichte aber funktioniert.

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Fish’n’Chips, fettig wie immer
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Das Boot holt uns am Strand ab
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Wir wackeln über die Planke

Das Boot fährt rasch wieder ab und zischt mit einem Affenzahn die Küste entlang. Eine schöne Bucht reiht sich an die nächste. Wir zischen durch azurblaues Meer und fühlen uns wie in der Karibik. Split-Apple-Rock, Seelöwen, den alten Granitsteinbruch sehen wir während der zweistündigen Fahrt. An der Anchorage Bay gehen wir an Land. Zwei Stunden können wir hier verbringen bis uns das nächste Boot abholt. Es ist herrlich.

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Split Apple Rock
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Ein kurzes Wegerl führt zur Anchorage Bay

Gefühlt über 30°C, Sandstrand, ruhiges Wasser…genau was wir uns nach den eisigen Nächten in den Bergen gewünscht hatten. Sabine wärmt sich wie eine Eidechse nach der Winterstarre in der Sonne. Momo ist glücklich für seine Autos Straßen durch den Sand zu ziehen und mir ihnen Unfälle in Matschgruben zu produzieren.

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Die exothermen Strandeidechsen wärmen sich in der Sonne
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Spielen im warmen Sand

Ich spaziere den Strand entlang und entdecke angespülte Jakobsmuscheln, Seesterne, Seeigel und bestaune die hübsche Bucht aus verschiedenen Blickwinkeln.

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Nördliches Ende der Anchorage Bay

Entspannung pur. Als das Boot uns um 17.20 Uhr wieder abholt sind wir trotzdem geschlaucht. Die viele Sonne hat unseren Körpern anscheinend doch zugesetzt. Müde und schlapp kommen wir zurück zum Wohnmobil. 30 Minuten fahren wir zum nächsten Gratis Campingplatz in der Natur, zur W.F. Moss Scenic Reserve Picnic Area, weit entfernt von größeren Straßen. Es wurde frisch gemäht. Die Luft duftet nach Heu und ein Bach plätschert leise neben uns. Bei schweren Regenfällen steht hier alles unter Wasser warnt uns eine Tafel, aber das Wetter passt und soll ja so bleiben. Momo kriegt nochmal Eiernockerl, Bine und ich essen nix, gönnen uns dafür aber ein Schluckerl neuseeländischen Whiskey mit Manuka-Honig 😀 Wir haben eine herrlich sternenklare Nacht. So viele Sterne sehen wir…der Himmel wirkt als hätte man tausend funkelnde Diamanten auf ein schwarzes Tuch geworfen. Es ist still, der Boden noch warm von der kürzlich untergegangenen Sonne…ich bleibe noch etwas draußen und mache Fotos vom Sternenhimmel. Danach schlafen wir schnell ein. Ein schöner Tag wars. Gute Nacht!

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Sternenhimmel über dem W.F. Moss Scenic Reserve

10.11.
Es war eine sehr angenehme Nacht, aber jetzt am Morgen ist es kalt, denn wir stehen im Schatten eines großen Nadelbaumes. Ich fahre daher ein paar Meter vor in die Sonne…das Auto erwärmt sich schnell und Sabine taut langsam auf. Heute wollen wir rauf in den nördlichsten Teil der Südinsel, zum Farewell Spit. Wir fahren über den Takaka Hill durch Upper Takaka durch, passieren East Takaka und kommen nach Takaka. Dann am Meer entlang nach Pakawau, in Puponga ein Haken nach Westen und zum Schluss über eine lange Schotterstraße zum Wharariki Beach Carpark. Wir bleiben stehen und wählen den einstündigen Weg über Weiden und Sanddünen zum Strand. Das ist Neuseeland wie wir es uns vorgestellt haben. Grüne Hügel, Schafe und Kühe laufen frei herum, wir gehen auf dünnen, schlecht beschilderten Trampelpfaden entlang. Es ist später Frühling und überall sind Lämmchen und Kälber um uns herum. Alle grasen friedlich und es macht uns Spaß sie beim Tollen zu beobachten.

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Die Wege führen uns Hügel rauf und runter
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Überall tollen Lämmchen auf den Hügeln
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Viel Neuseeländischer geht es nicht mehr

Dann geht der Weg über das Gatter drüber und führt in den Wald. Der Boden wird sandiger. Es geht jetzt bergab und auf einmal tut sich ein riesiger, verlassener Strand vor uns auf. Hohe Sanddünen mit Grasbüscheln und malerisch verteilten Treibholz. Aus den wild schäumenden Wellen ragen steil Felsen heraus, die sich wehrhaft gegen die Flut stemmen.

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Es wird sandiger…
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…und sandiger…
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…und es bleibt sandig.
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Wir sind die einzigen am Strand
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Der verlassene Wharariki Beach
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Vom Massentourismus glücklicherweise verschont

Ein Seelöwe kommt kurz an Land um sich zu sonnen und verschwindet dann schnell wieder. Wir sitzen im warmen Sand, bauen Vulkane, die Momo immer wieder mit einem gezielten Sprung zerstört um ihn vor dem Ausbruch zu hindern und bestaunen die rohe Schönheit dieser unangetasteten Küste. Zurück beim Parkplatz begrüßt uns ein hübscher Pfau, der leider immer dann ein Rad schlägt wenn wir unseren Fotoapparat weggelegt haben.

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Momo hat den halben Strand im Schuh

Es ist mittlerweile 17.30 und wir fahren retour nach Takaka, wo wir am Parkplatz von Anatoki Salmon Fishing unser Nachtlager aufschlagen.

11.11.
Die Vogerl wecken uns um 5 Uhr auf. Neben uns grast hinter einem Zaun eine Hirschkuh. Das heißt wir wurden aufgeweckt und haben einen Grund wach zu bleiben und aus dem Fenster zu schauen. Was machen wir so früh? Sehenswürdigkeiten gibts genug also legen wir los. Blauer Himmel und überall noch das warme Licht der vor kurzem aufgegangenen Sonne. Schön ist das 🙂 Um 7.30 sind wir als einzige bei den Te Waikoropupu Springs. Das sind glasklare Quellen, die für die Maori heilig sind. Kontakt mit dem Wasser ist daher streng verboten. Das Wasser sprudelt massig aus der Tiefe ( ca. 94 Badewannen pro Sekunde) und bildet einen kleinen See, der das zweitklarste Binnengewässer der Welt ist (Nummer eins ist irgendein Gletschersee). Da waren wir schnell fertig, da man fast direkt neben den Quellen parken kann.

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Te Waikoropupu Springs. Das zweitklarste Gewässer der Welt
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Die Quelle ist heilig, das Wasser darf daher nicht berührt werden

Wir fahren weiter zu den Wainui Wasserfällen. Wir sind wieder die ersten hier. Einen 30 minütigen Spaziergang bergauf, eine wackelige Hängebrücke und einige gefährliche Stellen mit steilen Abhängen später stehen wir vor einem beeindruckenden Wasserfall. Das Wasser schießt durch eine schmale Klamm die Felsen hinunter. Das erzeugt Wind und unsere Gesichter werden von dem Sprühnebel nass. Da wird uns schnell kalt und wir gehen zurück.

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Hier starten wir unseren Spaziergang
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Es geht bergauf und wird zeitweise recht steil
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Zu steil um Momo alleine gehen zu lassen
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Die Belohnung ist der eiskalte Wainui Wasserfall

Es ist 9.00 als wir wieder in unserem Maui Cascade Wohnmobil sitzen. Was nun? Der Grove Scenic Reserve Walk soll auch sehr hübsch und ganz in der Nähe sein. Also wieder zurück, aber bevor wir nach (Ta)kaka fahren biegen wir in (Motu)pipi ab. Die Namen haben sich wahrscheinlich pubertierende Maoris ausgedacht 😉

Der Spaziergang beginnt oben am Hügel und schlängelt sich um hohe Felsblöcke herum. Am Ende führt er uns durch einen schmalen Spalt zu einer Aussichtsplattform über die gesamte Ebene um Takaka herum. Fesch Fesch.

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The Grove Scenic Reserve Walk
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Wir sind glücklicherweise alle schlank genug um hier problemlos durch zu kommen

Nach 30 Minuten sind wir retour. Und jetzt? Wir lesen von den Takaka Labyrinth Rocks. Da fahren wir hin und sind…die einzigen dort. Die Labyrinth Rocks sind im Grunde ein großer, zerklüfteter Felsen in dem sich durch Wetter und Zeit verschiedene Gänge ergeben haben. Zusammen mit freigeschnittenen Wegen durchs umliegende Gebüsch hat man hier den kostenlosen Spaß in der Natur geschaffen. Am Eingang hängen Karten zum mitnehmen. Wir marschieren alles ab und sehen uns die markantesten Punkte des Felsens an (zB. ‚Snake Pit‘, ‚Camel’s Head‘ oder ‚Kissing Pigs‘). Für Kinder sind auf den Wegen kleine Spielzeuge und Figuren versteckt. Die sind zwar fast durchgehend kaputt, aber die an Stecken aufgespießten Puppenköpfe mit Gummibällen in den Augenhöhlen, Spidermans ohne Arme oder kopflose Gartenzwerge gefallen Momo und es bereitet ihm viel Spaß danach zu suchen. Für Sabine gibt es hier zu viel aggressive Natur (Spinnweben im Gesicht, Gelsen,…), daher sind wir relativ bald wieder draußen.

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Den Eingang zum Takaka Labyrith Rock haben wir auch erst suchen müssen
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So sieht der Felsen von oben aus
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Und so von unten
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Kaputtes Spielzeug bekommt hier eine zweite Chance
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Etwas creepy, aber sehr zur Freude von Momo

Es ist 11.30, wir fahren nach Takaka rein und essen dort in der ‘Dangerous Kitchen’ Pizza, Cesar Salad und Falafel Wrap. Sehr lecker 🙂

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Piiiiiizzzaaaaaaaaaa

Zwischendrin unterbrechen wir das Essen, denn eine Blaskapelle zieht mit lautem Tschinderassassa durch den Ort, gefolgt von historischen Feuerwehrfahrzeugen. Nach dem Essen wollen wir wieder zurück in den Süden. Also wieder raus aus Takaka, an East Takaka vorbei, durch Upper Takaka durch und auf den Takaka Hill. Takaka Takaka Takaka. Takaka. Oben, nahezu am Gipfel liegt die Ngarua Cave, eine Tropfsteinhöhle.

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Unter diesen dunklen Marmorsteinen am Takaka Hill liegt die Ngarua Cave verborgen

Ich bin begeistert von der Idee eine Höhlentour einzustreuen, Sabine ist unbeeindruckt und Momo schläft. Ich bin der Fahrer, also biege ich einfach mal ein und bleibe am Parkplatz stehen.

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Hier warten wir auf unsere Tour in der Höhle

Nächste Tour in 40 Minuten. Das ist doch ideal, da kann Momo noch ein bissi mützen. Sabine verdreht die Augen aber da muss sie jetzt durch 😀 Momo wird zum perfekten Zeitpunkt selbständig munter und los gehts. Wir sind wieder die einzigen. Heute haben wir einen Lauf! Privatführung 🙂

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Ab in die Höhle!

40 Minuten lang werden wir zwischen Stalakmiten und Stalaktiten durchgeführt, sehen Knochen von Moas, riesigen Urzeitvögeln, die hier damals unglücklich reingefallen und verendet sind und erforschen verschiedene Ecken dieser schönen Höhle. Sabine hat es letztendlich sehr gut gefallen, Momo fand es auch toll und ich war sowieso begeistert.

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Momo ist zum ersten mal in einer Tropfsteinhöhle
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Große Moa-Knochen kann man hier bestaunen
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40 Minuten lang wandern wir durch die Ngarua Cave

Danach fahren wir ohne weiteren Zwischenstopp zum Motueka Top10 Holiday Park wo wir uns endlich den Sand von gestern aus den Haaren waschen können. Müd simma. War ein ereignisreicher Tag 🙂

12.11.
Wieder sinds die Vogerl, die uns in der Früh nicht mehr weiterschlafen lassen. Die Berge und Hügel in der Umgebung sind gelb vom hier stark vertretenen, gerade blühenden Ginster. Der Himmel zeigt nur ein paar Wolken und es ist windstill. Der November ist ein richtig schöner, falscher Mai. Heute gehn wirs gemütlich an.

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Wir hüpfen gemütlich in den Tag hinein

Wir wollen in Motueka und Umgebung bleiben, der Gratis-Campingplatz auf dem wir heute übernachten wollen ist nur zehn Minuten entfernt, also Stress gibts keinen. Um 10.00 verlassen wir den Top10 Campground, parken um die Ecke und gehen in den Ortskern zum Wochenmarkt.

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Der Wochenmarkt in Motueka

Es duftet jetzt schon nach gutem Essen…Bacon vom BBQ Stand und Fakon (=Fake Bacon) vom veganen Standl gegenüber. Lebensmittel, Kleidung, Musik, Kunst… die Standbesitzer sind alle sehr freundlich und lassen uns Erdbeeren und Honig kosten, plaudern mit uns über unsere Reise. Sabine kann sich an einem bunten Kleiderstand nicht zwischen einem Rock, der wie eine Hose geschnitten ist oder einer Hose, die wie ein Rock geschnitten ist, entscheiden.

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Wirds die rockige Hose oder der hosige Rock?
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Die rockige Hose!

Momo bekommt eine große Schachtel Erdbeeren und ich überlege lange HoneyDew Honig zu nehmen. Dieser Honig wird nicht aus Blütenpollen gewonnen, sondern die Bienen naschen das zuckersüße Harz einer lokalen Baumart und wandeln es dann um. Schmeckt ungewöhnlich und sehr eigen. Wir kosten letztlich alle davon, aber kaufen dann doch einen anderen Honig (Cinnamon-Manuka). Mittagessen gibt es für uns in einem Lokal an der Hauptstraße im “Smoking Barrels”. Sabines Smoked Salmon Bagel sieht toll aus. Die haben auch gefüllte Donuts…Mmmmmmh.

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Mmmmmh der Bagel
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Mmmmmh die Donuts

Die Vernunft lässt uns aber an den Süßigkeiten vorbei gehn. Wir fahren zum Schlafen ein paar Minuten aus der Stadt raus zum Rankers Koha Camping. Das ist im Grunde eine Wiese am Fluss. Hier wohnt der Besitzer Don, ein gemütlicher Mittsiebziger, mit seinem alten Malteser-Hündchen, das ihm auf Schritt und Tritt langsam nachwackelt. Er hat hier einen großen Gemüsegarten und viele Obstbäume.

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Don’s Obst und Gemüsegarten im Rankers Koha Camping

Ich plaudere kurz mit ihm und er führt mich kurzerhand durchs Beet und füllt eine große Schüssel mit Salaten, Kräutern und frischem Knoblauch. Für Obst und andere Gemüse ist es hier in der Gegend noch zu kalt, meint er. Blattsalat wollten wir aber ohnehin schon lange mal wieder essen. Es schmeckt uns sehr, Momo gefällt der Knoblauch nicht und möchte lieber salzigen Reis mit Apfelmus. Gewagte Kombination, aber ihm taugts. Schee is.

13.11.
Um 10.00 hupen wir Don zu, der schon wieder im Gemüsebeet arbeitet, und winken ihm beim Wegfahren. Ab nach Nelson! Bei vielen Deutschsprachigen die Auswander-Stadt Nr.1. Am Meer gelegen, im Rücken Berge und ganzjährig angenehme Temperaturen. Die Erwartungen sind also hoch. Das Wetter ist heute schiach. Bewölkt, grau, es regnet zeitweise und es hat kaum 10 Grad. Man merkt an den breiter werdenden Straßen, dass wir nicht mehr am Land sind. Nelson wirkt wie eine Kleinstadt. Eine große Kirche am Hügerl in der Mitte, darunter das Stadtzentrum. Beim Reinfahren ists etwas mühsam, dass es hier große Kreuzungen gibt, die nicht durch Ampeln geregelt sind. Man wartet eine gefühlte Ewigkeit um abbiegen zu können. Wir parken in der Stadtmitte und lösen ein 60 Minuten Gratis Parkticket. Das ist gut für einen kleinen Spaziergang. Sabine ist mit Flip-Flops und dünner Regenjacke eher wenig ideal ausgerüstet und friert bald.

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Die Christ Church trohnt über Nelson
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Wir spazieren ein wenig durchs Zentrum

Wir schmeißen uns zurück ins Wohnmobil und zischen in den Vorort Richmond zum Richmond Motel und Holiday Park. Klein, an der Hauptstraße gelegen und in der Einflugschneise des Nelson Airports aber hat alles was wir brauchen. Wir wärmen uns, kochen feine Burritos, hören nebenbei Momos Kinderhörbücher und lassen den Tag entspannt zu Ende gehen. Es ist immer noch grau draußen. Ein richtiger Tag zum drinnen bleiben. Morgen soll es aber schöner werden.

14.11.
Wir sind schlapp. Momo hat heute Nacht wieder im Bett rotiert wie ein Ninjastern und im Schlaf laut geplappert “es dürfen nur Milchprodukte auf den Skytower!!!!”. Drum wollen wir in der Früh gar nix machen. Es ist grau und bewölkt. Wir entscheiden uns dafür auf die Halbinsel Rabbit Island zu fahren. Um 10.30 Uhr stehen wir mit dem Wohnmobil in der ersten Reihe am Strand. Mmmmh. Die Wolken reißen etwas auf und wir sitzen im Bett hinten im Auto und genießen die Aussicht. Alle noch im Pyjama. Ist das herrlich.

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Hier gammeln wir fast den ganzen Tag
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Sabine liegt vorne in der Sonne
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Momo bleibt hinten und schaut sich Bücher an

Ich schlupf schnell in was wärmeres und gehe am Strand auf und ab. Sabine und Momo sind zach und bleiben lieber drin. Das Meer ist ruhig, Wind geht kaum einer, Ebbe haben wir und die hat wieder tolle Muscheln und Schneckenhäuser am Strand zurückgelassen. Wir sind nahezu die einzigen hier. Entspannend ist das. Wir verbringen so fast den ganzen Tag hier. Den Wellen beim Rauschen zuhören, kurz frische Luft schnappen gehen am Strand und dann wieder rein in die Bettdecke kuscheln.

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Der Strand von Rabbit Island

Um 16 Uhr herum fahren wir auf die hintere Seite von Nelson und marschieren 20 Minuten auf einen Hügel hinauf, denn dort befindet sich das “Zentrum von Neuseeland”. Das is zwar nicht das geographische Zentrum aber der Punkt von dem aus man um 1900 herum begonnen hat ganz Neuseeland zu vermessen. Von oben haben wir einen tollen Blick über die Stadt.

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Der Blick vom Zentrum Neuseelands auf Nelson runter

Die Sonne geht bald unter also suchen wir uns in der Stadtmitte einen Platz wo wir über Nacht stehen können. Am Wakatu Carpark stellen wir uns hin und überlegen lange ob wir noch von Stefano’s um die Ecke eine Pizza holen und von United Video eine DVD ausborgen….aber wir lassens dann doch bleiben und gehen lieber einfach so gemütlich schlafen. Die Kathedrale am Ende der Straße lässt um 21 Uhr noch einmal das Glockenspiel ertönen, dann macht auch sie Heia.

15.11.
Der Wecker läutet uns wach, denn auf diesem Parkplatz steht man ab 8 Uhr gebührenpflichtig. Eine Stunde steht man gratis, darum holen wir uns mal schnell einen Schein aus dem Automaten. Waschen, putzen, anziehen, neues Gratisparkticket holen und wir schmeißen uns auf den 5 Minuten entfernten Farmer’s Market im Rutherford Park unten am Fluss.

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Der Farmers Market hier ist eher übersichtlich, aber mit tollen Standln

Dort gibts Bio-Gemüse von den Bauern der Umgebung. Wir treffen dort auch den Mann mit dem Honig Standl wieder, genau wie den arg duftenden Bacon-Stand. Wir kaufen von einem Händler alles, was man für eine leckere Guacamole braucht und von einem anderen eine bunte Salatmischung.

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Die Qual der Wahl am Salat-Standl

Dann entdecken Momo und Sabine einen älteren Herren, der selbstgemachte Marmeladen verkauft. Momo kostet sich durch und plaudert viel mit dem Mann. Der freut sich, auch wenn er kein Wort versteht. Sabine verliebt sich in eine Zwetschgen-Walnuss Marmelade, Momo sucht sich eine Kirsch-Orangen-Zimt und ich mir eine leckere Chili-Marmelade aus.

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Hier kaufen wir lauter leckere Sachen ein

Der Markt ist klein und wir haben nach drei mal auf und ab gehen alles genau genug gesehen. Zurück zum Auto und am Weg dahin zwei Geschäfte angesehen und wir ziehen wieder weiter in unserem Mobilen Heim.  Wir fahren Richtung Picton, wo uns morgen die Fähre wieder zurück auf die Nordinsel bringt, werden aber eine Übernachtung auf halber Strecke einlegen. Aber zuerst….Mittagessen. An den hübschen Marlborough Sounds (die vielen kleinen und großen Inseln ganz im Norden der Südinsel) gelegen ist ein Dörfchen namens Havelock. Warum bleibt man hier stehen? Weil es das “Green Lip Mussel Center of the World” ist und man dort das Restaurant “The Mussel Pot” findet.

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Die Green Lip Mussel
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DER „Mussel Pot“, DAS Green Lip Muschel Lokal in DEM Green Lip Muschel Ort

Das beste Muschel-Lokal weit und breit. Angeblich. Sabine isst generell keine Muscheln, Momo auch nicht, ich find Muscheln ok, also müssen wir da unbedingt hin!! Ich bestelle die gemischten, gegrillten, lokal gefarmten Green-Lip Muscheln, Sabine nimmt Pasta Carbonara und Momo einen Käsetoast mit Früchten.

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Die Muschelvariation
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Ein voller Tisch macht uns immer glücklich

Momo schmeckt der Käse nicht wirklich und lässt den halben Toast stehn, Sabine wird vom vielen Schlagobers in der Sauce nach dem halben Teller übel. Ich esse meine 12 Green Lips auf, finde sie gut aber es bleiben am Ende des Tages einfach Muscheln. Im Wohnmobil gönnen wir uns dann Verdauungsschnapserl, Brezel und trockenen Toast. Um die Mägen zu beruhigen. Halbes Stunderl weiter biegen wir in den Smith Farm Holiday Park ein. Ein Campingplatz/Bauernhof. Wir ergattern den letzten verfügbaren Platz! Yessssss! Begrüßt werden wir vom Besitzerpaar mit drei selbstgebackenen Muffins und einem Sackerl Tierfutter falls man zu den Schafen möchte. Ur lieb!

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Das Begrüßungspaket am Smith Farm Holiday Park
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Die Smith Farm liegt in einem hübschen Tal

Momo findet gleich einen deutschen Buben mit dem er sich gut versteht und viel Auto spielen und am Trampolin hüpfen kann. Lämmchen, Ziegen, Kälber oder Hühner füttern möchte er eigentlich nicht. Fair enough. Wir haben dadurch Zeit um uns, die Wäsche und das Auto etwas zu reinigen. Spät abends in der Dämmerung gehen wir quer über Weiden, durch Kuhherden durch, über Elektrozäune drüber bis wir einen kleinen Weg finden, der uns in den Wald hinein führt.

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In der Dämmerung gehts los
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Was wollen wir bloß so spät draußen?

Teilweise steil und abenteuerlich winden wir uns durchs Gebüsch und kreuzen mehrfach einen Bach. Warum? Weil am Ende ein hübscher Wasserfall zu sehen ist. Hoch, wenig Wasser, aber lustig anzusehen, denn es wirkt als würde man eine riesige Teekanne ausgießen. So konzentriert ist der Wasserstrahl. Trotzdem stellt sich noch eine Frage….warum in der Dämmerung? Glühwürmchen! Am Weg vom Wasserfall hinunter gibt es viele Glühwürmchen zu sehen! Unter Steinen, in Wurzelballen überall leuchten kleine blaue und grüne Punkterl. Das gefällt uns. Hier kriegen wir sie nicht präsentiert, hier müssen wir sie suchen. Das macht alles aufregend.

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In der Dunkelheit suchen wir die Glowworms
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Wir finden sie wieder unter Wurzeln und Felsen
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Erst um 22.00 Uhr treten wir den Rückweg an

Es ist mittlerweile aber schon fast 22.00 Uhr, stockdunkel und Momo ist hundemüde. Im Camper fällt er ins Bett und schläft nach – ungelogen – 10 Sekunden ein.

Wir brauchen auch nur unwesentlich länger bis wir ebenfalls wegknicken 🙂

16.11.
*Gääähn* Guten Morgen! Heute gehts zurück auf die Nordinsel! Aber alles der Reihe nach. Erstmal fein duschen gehen im Hauptgebäude. Ich gehe barfuß rüber zu den Waschräumen. Das Gras ist noch feucht von der Nacht und weich unter den Füßen. Die nassen Grashalme kitzeln zwischen den Zehen. Wie auf Wolken schwebe ich üb…

AAAUAAA!!

Scheiße, Disteln!! Lieber doch Flip Flops anziehen. Drecks Wiese! Grrrr..
So, es ist jetzt kurz vor 10 und wir wollen vorm Wegfahren noch unser Abwasser ausleeren. Ein dicker Britz (so nennen wir die großen Wohnmobile vom anderen Vermieter) steht aber am Platz. Und lässt sich Zeit. Und lässt sich noch mehr Zeit. Und der Fahrer geht nochmal aufs Klo. Oh, er fährt weg? Nein, er holt nur was aus der Fahrerkabine…und jetzt stellt sich auch noch ein anderer Campervan dazu! Ich werd verrückt…Der schummelt sich einfach vor! Glücklicherweise fährt unsere Fähre zur Nordinsel erst um 14.00 Uhr ab. Wir haben genug Zeit. Gehen wir halt derweil Schafe und Ziege füttern.

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Tiere füttern bis wir unser Klo ausleeren können

Um 11.30 Uhr sind wir dann auch endlich bereit und fahren nach Picton! Noch ein letztes mal an den Marlborough Sounds entlang. Schön ist das. Bergerl und türkises Meer, Sonne über uns…die Südinsel sagt uns freundlich ‘Auf Wiedersehen’! In dem Dörfchen Picton liegt schon die Fähre im Hafen. Wir sind zwar deutlich zu früh hier aber wir stellen uns schon mal an. Wir kochen Mittagessen und hören Radio, Momo ist mit seinen Autos glücklich. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Fähre uns erst mit einer Stunde Verspätung an Bord lässt.

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Warten bis die Fähre endlich fertig ist
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Bo(h)ring

 

Tschüss Südinsel!

 

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Die Marlborough Sounds verabschieden uns
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Ein letzter Blick auf die Südinsel

Schön wars! Und kalt. Aber schön! Zwar oft regnerisch, aber trotzdem schön. Ab gehts zurück nach Wellington! Die Fähre hat Gas gegeben, wir kommen nur 15 Minuten zu spät an. Wir fahren direkt in die Innenstadt und parken uns um 14 Dollar für 12 Stunden auf den Parkplatz des Te Papa Nationalmuseums.

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Warum bückt ich da jemand zum wackelnden Zaubererhut runter?
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Hallo Nordinsel! Hallo Wellington!
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Hier parken wir heute Nacht

Sabine macht sich frisch, denn sie trifft gleich ihre ehemalige Kollegin Nicole, die sich ebenfalls entschlossen hat eine Weltreise zu machen! Sie besucht uns kurz im Wohnwagen und dann zischen beide in die Stadt ins Wellingtoner Nachtleben.

Nicole
Wo trifft man Arbeitskolleginnen am besten? Natürlich am anderen Ende der Welt.

Momo und ich bleiben im Auto. Der Wind lässt unseren Wohnwagen stark wackeln. Sabine kommt um Mitternacht wieder. Der Wind bleibt bis ca 2 Uhr, danach ists endlich ruhig.

 


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