Wohnmobil Tagebuch Teil 4: Südinsel Westküste

Von Jacob

5.11.
Es geht über die Berge. Rauf runter rüber runter rauf….wir sehen uns den ‚Blue Pool Walk‘ an. Die Pools sind wegen Regen nix blau. Also fahren wir weiter und kurven durch das Tal. Es ist eine hübsche, gewundene Straße hier, aber bei Regen macht das Fahren wenig Spaß.

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Traumhaftes Wetter
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Begeisterte Blicke auf die „Blue“ Pools
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Da ist bei diesem Wetter nix blau
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Eine der vielen One-Way-Bridges in Neuseeland

Bei den ‚Fantail Falls‚ und danach noch ein Stück weiter bei den ‚Roaring Billy Falls‚ bleiben wir stehen. Die beiden Wasserfälle sehe ich mir allein an, Sabine und Momo wollen nicht in den Regen raus. Bei den Roaring Billy Falls führt ein süßes Wegerl durch den Wald und ich lande am Ende im breiten, trockenen Teil des Flussbetts des Haast Rivers. Schön, aber ob es sich dafür auszahlt zurück zu gehen und Sabine und Momo durch den Regen hier her zu jagen? Eher nicht. Ich laufe mit nassen Füßen zurück, zeige ein paar Videos und Fotos auf der Kamera her, das reicht ihnen.

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Das Wegerl zu den Wasserfällen
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Der erste Blick auf die Roaring Billy Falls
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Ein Stück näher dran

Motor starten und ohne weiteren Zwischenstopp nach Fox Glacier Village! Hier stehen wir bezahlt in der Fox Glacier Lodge. Etwas versifft das ganze. Da dürfte schon länger nix mehr renoviert worden sein. Die Küche ist klein und eng, das Gas kommt nur flackernd aus den zugepickten Auslässen am Herd und der Stoff auf der Couch ist speckig. Hier verwende ich nur eigene Töpfe zum Kochen. Es gibt Melanzani-Karotten-Tomatengatsch zu den Spaghetti. Schmeckt ganz gut. Momo: „Ist da Gemüse in der Sauce?“ Ich: „Probier doch mal obs dir schmeckt…“. Momo sieht mich misstrauisch an, kostet nicht und isst die Nudeln lieber nackt ohne Sauce. Better safe than sorry. Man weiß ja nie ob sich wo Gemüse im Essen versteckt.

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In der Fox Glacier Lodge hagelt es sogar zeitweise

Auf den Baumwipfeln sehen wir draußen Keas sitzen. Angeblich kommen sie abends und in der Früh weiter runter in den Autos. Warnhinweise zeigen uns, dass sie im Camp von den Besitzern nicht gerne gesehen sind weil sie anscheinend Gummiteile anknabbern, Müllsäcke aufreißen und generell Dinge zerkratzen und kaputt machen. Quasi das neuseeländische Pendant zu unseren Mardern oder amerikanischen Waschbären 😀 Um 21.00 Uhr startet die Führung des Campgroundbetreibers zu den Glowworms im Wald! Wir werden im Eiltempo den Minne Haha Glowworm Walk entlang gejagt. Links und recht vorwiegend an umgestürzten Baumstümpfen sehen wir zum ersten mal die blauen Punkterl leuchten 😀 Es sieht magisch aus. Die Glühwürmchen sind in echt die Larven einer neuseeländischen Fliegenart, die einen pickigen Faden spinnt und dann mit ihrem blau leuchtenden Popsch andere Kollegen anlocken und verspeisen will. ‚Leuchtpopschfliegenlarven‘ klingt aber weniger gut, wir bleiben bei ‚Glowworms‘.

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Wir starten um 21.00 Uhr zum Minna Haha Glowworm Walk
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Wackeln durch den dunklen Wald
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Da leuchten sie 🙂
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Die kleinen Glowworms verstecken sich zwischen Wurzeln und in Höhlen
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Schwer zu fotografieren aber wunderschön anzusehen

Mitten im Wald sagt unser Führer „So, ich geh jetzt Heim. Entweder ihr geht den 20minütigen Weg, den wir hergekommen sind wieder allein retour oder ihr kommt jetzt sofort mit mir mit.“ dreht sich um und verschwindet im Laufschritt in der Dunkelheit des Waldes. Wir sind verwundert und zögern einen Moment zu lange. Wir stehen im Dunkeln allein im Wald. Glücklicherweise haben wir Momos Kindertaschenlampe dabei. Besser die als nix. Wir finden dann einen Weg retour zur beleuchteten Straße. Ich drehe nochmal um um in Ruhe noch Fotos zu machen. Danach schlafen wir um ca 23 Uhr ein.

6.11.
Wir schlafen heute lange und fahren um 10 Uhr los Richtung Norden. Unser erster Stop, nur wenige Minuten von unserer Fox Glacier Lodge entfernt, ist Lake Matheson. Der ist bekannt dafür still zu sein und die malerischen Berge zu spiegeln. Heute spiegelt er aber nicht und Mount Cook und die anderen Berge sind in Wolken gehüllt.

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Der Lake Matheson ist unruhig und spiegelt nicht, allerdings gibts heute auch nix zu spiegeln

Das ist nur wenig fotogen drum gehts schnell weiter nach Goldsborough und gehen dort einen kurzen Rundweg auf alten Goldgräberpfaden (den Tunnel Terrace Walk). Ein paar enge Tunnel durchqueren wir.

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Tunnel Terrace Walk

Am Abend solls hier drin auch Glühwürmchen geben. Mal sehen ob wir heute wieder so lang wach bleiben wie gestern. Danach gehts rauf zum Goldsborough Camping Ground. Der ist gratis aber es gibt eine verpflichtende Donation von 8 Dollar pro Person. Wir haben nur einen 20er also donaten wir den. Danach gehen wir goldschürfen am Bach direkt nebenan! Professionell ausgerüstet mit einer Bratpfanne und einem Plastikschüsserl gehen wirs an. Sabine findet gleich schön glitzernde Steinchen. Momo spielt mit dem Schüsserl Amphibienfahrzeug und wird dabei waschelnass.

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Hier suchen wir nach Gold

Ich wasche Sand. Ein älterer Wandersmann kommt daher, erzählt mir, dass er Kanadier ist und dort eigene Claims hat wo er Gold im großen Stil schürft. Hier in Neuseeland interessiert es ihn nicht. In Kanada habe er ohnehin genug Gold. Er zeigt mir wie man richtig den Sand in der Pfanne wäscht und erklärt, dass Gold an diesem Ort maximal kleine Minikörnchen bildet. Die großen Nuggets haben die Goldgräber vor hundert Jahren bereits rausgeholt. Cooler Typ. Zwei Pfannen voll Sand später finde ich ein Goldflöckchen. Mini, aaaaber Gold. “Hey! That’s at least 3 cents worth!”.

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Ein Gold-Flake! WIR SIND REICH!!!!

Zurück beim Wohnmobil belagern uns Wekas. Flügellose, gar nicht mal so kleine, Vögel die offensichtlich auf Futter warten. Süß sind sie und laufen einem nach. Einer stibitzt Momo sogar ein Brotstück aus der Hand.

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Die Wekas fressen Momo aus der Hand
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Wie ein Velociraptor kommt er teilweise daher

Es gibt heute griechischen Salat zum Abendessen. Lecker. Good night!

7.11.
Am Morgen fahren wir runter nach Hokitika. Der Ort liest sich nett am Papier. Sieht in echt aber weniger aufregend aus bei Tageslicht.

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Mittagshunger: Yay in dem Lokal gibts Pizza! ”Hello, sorry wir haben keine Pizza, auch wenns draussen am Schild steht.” Hm. Ich esse Whitebait Sandwich, Momo Pancakes und Sabine Kürbissuppe. Whitebait sind mini Fischbabies die aussehen wie Würmer. Das Sandwich ist ein Omlette in das diese Fischbabies gemischt sind zwischen buttergetränkten ungetoasteten Toastbrotscheiben. Schmeckt eher mäßig. Wir fahren zu Momos Mittagessen thematisch passend weiter zu den Pancake Rocks. Es ist dort sehr touristisch aber durchaus fesch. Wir gehen eine Runde am „Pancake Rocks and Blowhole Walk“ und fahren dann weiter.

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Die Pancake Rocks
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Momo macht es sich auf den Pancakes gemütlich

Es stürmt. Wir stoppen bei der Cape Foulwind Seelöwenkolonie. Es regnet jetzt auch noch. Sabine und Momo bleiben im Auto. Ich schau mir die Seelöwen an, komme klatschnass zurück und wir suchen danach bei starkem Seitenwind einen Stellplatz für die Nacht. Es stürmt und regnet immer mehr.

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Cape Foulwind
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Den Seelöwen macht das grausliche Wetter nix aus

Wir wollten ursprünglich am Meer stehen aber das kommt jetzt nicht mehr in Frage. Wir stellen uns bissi im Landesinneren auf den kleinen Conns Creek Carpark in Denniston. Wir können nicht schlafen weil der Regen so laut aufs Dach und die Scheiben prasselt und der Wind unser Wohnmobil heftig durchrüttelt. Es ist beängstigend laut im Auto. Manchmal denken wir, dass der Wind uns gleich umkippt, so arg ist es. Momo schläft tief, aber Sabine und ich sind wach bis 2 Uhr.

8.11.
Ab 2:20 Uhr nachts war es plötzlich ganz ruhig. Kein Wind, kein Regen. Sind wir im Auge des Zyklons? Sabine kann endlich schlafen, ich bin jetzt aber munter und bleibe wach bis fast 5. Momo schläft immer noch gut und meint zwei Stunden später um 7 Uhr aufstehen zu wollen. Müde verlassen wir den Parkplatz.

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Heute ist mal Pyjamatag

Der Wetterbericht verrät uns, dass es Sturmwinde um die 100 km/h in unserer Gegend waren.
Heute fahren wir viel Auto Richtung Abel Tasman Nationalpark. Wir fahren den Buller River entlang durch die Berge.

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Am Buller River gehts entlang
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Und die Bergerl werden kleiner

Wir durchqueren Murchison (unser erster Stop auf der Südinsel) fahren aber weiter nach Kaiteriteri ins Bethany Park Christian Camp. Es gibt wieder Eiernockerl für meine Lieben. Momo isst zwei große Schüsserl und kippt sich massig Ketchup drauf. Sabine schmeckts auch.

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Entspannung  am Ende des Tages bei EAV Liedern

Wir waschen Wäsche und laden unsere leere Hausbatterie wieder auf. Wir entspannen. Momo turnt auf dem Spielplatz, der zwar alt ist, aber seinen Zweck noch gut erfüllt. Zum Schlafengehen hören wir noch die EAV Playlist. Momo hat sich vor allem in die Lieder 300PS, Es fährt kein Zug und Einer geht um die Welt verliebt. Das wird ab nun immer in Dauerschleife gespielt sobald wir Internet haben. 😛

 


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