Zweierlei Fotoshootings in Salzburg

von Jacob

Salzburg? Das wirft Fragen auf…

Ist das nicht die falsche Richtung wenn man nach Neuseeland will?
Wir wollen in die Salzburger Altstadt?
Zur Hochsaison?
Wenn alles am teuersten ist?
Wenn 70% der Personen auf den Straßen Touristen sind?
Wenn man vor lauter Touristen die Straße nicht mehr sieht?

Ja genau. Aber nicht deswegen. Der Hintergrund ist aber ein anderer. Nämlich dieser:

Sabine folgt schon seit längerem dem Blog Gänseblümchen & Sonnenschein. Anja, die Betreiberin des Blogs, ist eine Salzburger Mama und schreibt hier liebe Beiträge über das Mama-sein, hat coole Bastelideen und hat immer hübsche Fotos dabei. Und Anja hat vor ein paar Wochen einen Artikel gepostet wie man besonders schöne Kinderfotos machen kann. Familienfotos wollten wir schon sehr lange machen, daher waren wir hier neugierig. Angehängt an dem Artikel war ein Gewinnspiel für ein professionelles Family Fotoshooting von MyTribePhoto. Da hat Sabine mitgemacht – und gewonnen! Sweet!!

Also gleich das Salzburger Fotografen-Duo Agnes und Jorge von MyTribe Photo kontaktiert, Termin ausgemacht und Hotel gebucht 😀

So viel zum eigentlichen Grund der Reise. Unser Skoda Fabia bringt uns über Außenring- und Westautobahn in drei Stunden nach Salzburg. Im Gegensatz zu unserem letzten großen Urlaub diesmal ohne Dauerbeschallung von „Conni“ mit der Schleife im Haar. Nein, diesmal haben wir Radio und CD-Player ganz ausgeschaltet. Das war eine spannende Erfahrung, so ungewohnt. Wir haben uns deutlich mehr unterhalten, Momo hat auf der Rückbank hinten klarer verstanden was wir vorne sprechen und sich dadurch aktiv in die Gespräche reingemischt. Die drei Stunden sind auf diese Art schnell und unterhaltsam vergangen.

Wir steigen um ca. 14:00 Uhr aus und im Hotel & Villa Auersperg ab. Es liegt beim Kapuzinerberg auf der weniger touristischen Seite der Salzach. Unser Zimmer ist fertig, elegant und kostet so viel wie ein Monat Bungalow am Strand auf Kho Pha-Ngan. Dafür fehlen in unserem Zimmer auch Seifen und Handtücher. Die werden aber gleich nachgebracht, Momo bekommt eine Taschenlampe, wir Nespresso Tabs geschenkt. Wir ruhen uns kurz aus und gehen im Restaurant Alter Fuchs Mittagessen. Grammel- und Fleischknödel für Sabine, Schnitzi für den Buben und Brettljaus’n für den Papa. Alles sehr gut bis auf die Brettljause, die hat enttäuscht. Auf dem Brett serviert man uns blassen Frühstücksspeck, Pfefferkarree und anderen Feinkost-Aufschnitt den es vakuumiert im Kühlregal bei Billa und Spar um 2,35 EUR gibt. Nicht schlecht, aber von einem alten Fuchs hatte ich mehr erhofft.

Zurück ins Hotel. Wir machen uns frisch, denn um 18:00 Uhr ist Treffpunkt beim Schloss Hellbrunn für das Fotoshooting! Am Parkplatz fahren wir um 17:58 Uhr ein und zahlen 2 EUR dafür. Beim rausgehen sehen wir ein kleines Taferl wo steht, dass die Einfahrt ab 18:00 Uhr gratis gewesen wäre. Mist. Wir gehen weiter zum Schloss und sehen schon Agnes und Jorge. Superfreundlich und lustig werden gleich die ersten Fotos gemacht. zuerst gemeinsam gehend, dann stehend, sitzend,… Agnes fotografiert und Jorge hilft, gibt Ratschläge, zupft zurecht, blödelt mit Spielzeugschweinchen und Lichtreflektoren damit Momo auch zur Kamera schaut. Sehr lustig alles zusammen. Wir haben viel Spaß. Es fühlt an als würden wir uns alle schon lange kennen. Momo hält dadurch volle zwei Stunden durch bis die Sonne untergeht.

Als Ausklang tobt Momo noch so lange er möchte am Spielplatz um die aufgestaute Energie los zu werden. Im Hotel parkt Momo noch seine Autos am Teppich, danach fallen wir ins Bett und schlafen gut bis zum nächsten Morgen.

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Am nächsten Tag erkunden wir Salzburg. Gewitter war angesagt. Das wusste das Gewitter aber anscheinend nicht. Keine Wolke am Himmel, es ist bereits in der Früh sauheiß und der Schweiß rinnt uns runter. Wir gehen etwas stadtauswärts zu einem Studiofotografen, denn wir brauchen Passfotos. Warum? Weil wir aus Zeitgründen gleich hier in Salzburg unsere neuen Pässe beantragen, da die jetzigen bald ablaufen.

„Hallo wir brauchen bitte Passfotos für Momo und Jacob.“ Der Fotograf hat uns erstaunt angesehen als hätten wir gerade bei ihm einen Double Cheeseburger mit Pommes und Cola bestellt. Er wurde plötzlich recht hektisch und meinte: „Ok!! Ähm, kommen Sie mit!“ In großen schnellen Schritten führt er uns in das Studio. „Setzen Sie sich HIER her! Und dann fange ich gleich an…Oh! Ich brauche ja eine Kamera!! Moment….“ Läuft weg und kommt wieder. „Ah das ist die Falsche!! Sekunde…“ Sprintet weg und kommt mit anderer Kamera wieder. „So wer beginnt?? Sie? Der Junge? Ok!! Do you want… Spricht er Deutsch??“
Er sieht uns fragend an und wirkt als würde er zittern. Hoffentlich ist nur zu viel Kaffee in seinem Blut. Sabine und ich schauen uns ungläubig an, drehen uns zu ihm und versuchen ihm in ruhiger Stimme klar zu machen: „Jaja, wir sprechen alle Deutsch. Wir sind nur aus Wien. Er ist unser Sohn. Er spricht auch Deutsch.“ Und dann haben wir einen Fehler gemacht indem wir ihm zusätzliche Infos gegeben haben: „Wir bräuchten bitte übrigens auch noch US Visum Bilder. Da aber für uns drei.“ Er wird nervös. „Aha?! US Visum! Da brauch ich dann die andere Kamera!“ Er will wegsprinten und dreht aber gleich wieder um. „Ah! Na machen wir zuerst die Passbilder, oder?! Die waren jetz für Sie alle!“ – „Nein nur für die Männer. Die Visum Fotos brauchen wir alle.“ – „Aha?? Ok. Na dann hol ich die Kamera!!“ Er hastet aus dem Raum. Sabine und ich sehen uns wieder verdutzt an. Er kommt mit beiden Kameras wieder. Er bittet Sabine zum Sessel. „So, starten wir mit dem Passfoto!“ – „Nein, kein Passfoto, nur Visum für mich.“ Die Verwirrung seinerseits war perfekt. Gesteigert haben wir sie dann nochmals, als wir ihm erklärt haben, dass wir die Visum Fotos nur digital per E-Mail und die Passfotos aber ausgedruckt brauchen. Da hat dann sein Assistent übernommen. Der hat uns gleich verstanden und alles Tip Top erledigt.

Mit den Fotos im Gepäck sind wir ins Passamt im Schloss Mirabell gegangen und haben von dort aus unsere Tour durch die Altstadt begonnen. Wir schieben uns mit Millionen Asiaten und Amerikanern durch den Schlossgarten und über eine Fußgängerbrücke über die Salzach. Ich rufe meinen Freund Leo an, der in Salzburg wohnt, und frage ihn wo man denn den typischen Touristenfallen entgehen kann. Er schlägt uns das mexikanische Restaurant Die Cabreras vor. Die sollen angeblich nicht die klassische Tex-Mex Küche sondern ausgezeichnet gekochtes, authentisches Mexican Food servieren. Also ab durch die Gstättengasse zum Ursulinenplatz. „Hallo, wir machen heute Urlaub.“ Na super. Zurück Richtung Touristenstrom. Wir hocken uns in die Humboldt Stubn. Das war lecker. Kasnocken, geröstete Knödel und ein Haussalat. Lecker, lecker. Momo fragt währenddessen Kellner und Personen an Nachbartischen nach ihren Namen und was sie denn so machen. Es scheint keinen zu stören, alle finden’s lustig.

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Mmmmh..
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Das beste Eis Salzburgs

Als Nachspeise gibt es das beste Eis Salzburgs aus dem „1. Bio-Schafmilcheis-Salon Österreichs: Eisl-Eis“ in einem kleinen seitlichen Durchgang in der Getreidegasse. Über Residenz-, Dom-, und Kapitelplatz gehen wir zur Festungsbahn und fahren damit hinauf auf den Mönchsberg.

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Der Blick hinauf zur Festung Hohensalzburg

Traumhafte Aussicht und wieder verdammt viele Touristen. Wir entscheiden uns den Mönchsberg entlang zu spazieren. Mit schönem Panoramablick zu beiden Seiten gehen wir Wegerl  an dicken Villen und hübschen Parks entlang bis wir beim Augustinerbräu – Kloster Mülln ankommen. Im Gastgarten ist es gesteckt voll. Drinnen sind die großen Hallen fast leer und es ist angenehm kühl, da bleiben wir sitzen. Ich hole ein Krügerl leckeres Bier um 3,10 EUR, Orangenlimo kriegt die Mama und Momo möchte eine grausliche Himbeerlimo. Wir spielen UNO und essen dazu Laugenbrezn mit Liptauer. Es ist bereits fast 19:00 Uhr als wir zurück zum Hotel kommen.

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Blick von der Festung hinunter
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Die andere Seite des Mönchsberges
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Da wohnt tatsächlich wer drin
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Der Kletterspielplatz taugt Momo am meisten

Am nächsten Morgen packen wir alles zusammen, wir fahren ja heute nach Hause. Wir besuchen als Abschluss unseres Salzburg-Urlaubes den Schrannenmarkt der jeden Donnerstag rund um die Kirche St. Andrä am Mirabellplatz stattfindet. Leckeres Obst, Eierschwammerl, Blumen, Brot, Käse,…herrlich. Wir nehmen uns einen Orangen-Apfel-Karottensaft (von den Karotten erzählen wir Momo aber nichts, weil er sonst nix trinken würde) und gehen eine Runde durch den stark besuchten Markt. Rein optisch schon eine Freude die schön präsentierten Waren zu sehen.

Momo ist es dann aber etwas viel und er möchte nach Hause. Also schwingen wir uns wieder in den Fabia und brausen heim Richtung Wien. Diesmal begleitet uns aber wieder die Conni mit der Schleife im Haar im CD-Player 😉


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