Die Serengeti mitten in Deutschland

von Jacob
Vier Stunden Autofahrt zum Serengeti-Park irgendwo zwischen Hannover und Bremen liegen vor uns, sagt Google. Und das war nicht gelogen. Wir kommen um 17.00 Uhr an. Es hat 30 Grad im Schatten. Alle drei sind wir recht genervt von der mühsamen Autofahrt.
Die Rezeptionistin begrüßt uns unambitioniert. Wir haben eine der ‚Masai Mara Lodges‘ gebucht, die direkt an ein Gehege mit Giraffen, Straußen, Gazellen und anderen Savannentieren angrenzt. Die Infos wie wir zu unserer Hütte kommen müssen wir der Dame aus der Nase ziehen.
Zu Fuß dürfen wir alle Koffer und Taschen einen Weg entlang schleppen. Unsere Lodge ist, wie soll es in solchen Situationen anders sein, die Vorletzte. Wir fluchen. Spätestens jetzt ist uns klar, dass das Weltreisegepäck deutlich abgespeckter ausfallen muss. Wir bleiben genervt.
In der Hütte hat es fast 40 Grad. Die Klimaanlage ist von der Leistung her unbrauchbar, bläst ausschließlich ins Klo und kühlt nicht einmal richtig. Dezent gereizt gehen wir zu Fuß in den Park ins Restaurant zu unserem bestellten Abendbuffet. Dort sind die Kellner nett, aber das Essen. Tja, das Essen. Krankenhauskost verdient drei Michelin Sterne im Vergleich.
Jetzt reicht’s! Wir schäumen. Gebt uns einen Bewertungsbogen und einen Stift!!! Wir lassen unserem Ärger vollen Lauf und schreiben anstatt der drei dafür vorgesehenen Zeilen das ganze Blatt voll. Und geben ihn vor lauter Wut nicht ab. Wir wollen den morgigen Tag abwarten und noch mehr Punkte sammeln, damit die Schimpftirade auch vollständig ist. Wir stampfen zurück zu unserer Lodge.
Der Wind hat mittlerweile aufgefrischt. Also schnell Fenster und Türen aufreissen und durchziehen lassen. Die Hütte kühlt schnell ab. Unsere überhitzten Gemüter auch.
Am nächsten Morgen sind wir ausgeschlafen und wieder gut drauf. Wir öffnen den Vorhang und vor unserer Terrasse grasen bereits Oryxantilopen und Giraffen. Wir sehen ihnen entspannt zu. Das Frühstücksbuffet danach war ausreichend und – nach dem gestrigen Erlebnis überraschend – gut.
Wir starten den Tag im Park mit der Autofahrt durch den Tierpark. Mit dem eigenen Auto fahren wir im Schritttempo durch die Tiergehege und bleiben stehen wo es uns gefällt. Alle Tiere laufen frei herum. Schön. Die Wiesen-, Wald- und Wüstenlandschaften sind sehr weitläufig, dieser Teil des Parks ist fast 150 Hektar groß. Wir durchfahren die nach Kontinenten und deren Regionen untergliederten Abschnitte mit insgesamt 1500 Tieren. Die Giraffen schauen uns in Afrika durchs Autofenster, Wapitis und Bisons in Nordamerika. Auch ein wenige Monate altes Nashorn-Baby sehen wir mit seiner Mama herumziehen. Wir staunen links und rechts aus dem Auto heraus.
Am besten gefallen Sabine die Raubkatzen, die getrennt von ihrer potenziellen Beute zu bewundern sind. Weiße Tiger, Löwen, Jaguare… Sabine fotografiert und filmt hier so viel wie noch nie auf einem Urlaub zuvor.
Serengeti1 Serengeti3
Nach der Fahrt geben wir uns die andere Seite des Serengeti-Parks, in der Hochschaubahn, Speedboat Fahrten und viele, viele Kinderattraktionen zu finden sind. Immer wieder führen die Wege an Inseln vorbei, auf denen Bartaffen, Kattas und Schimpansen wohnen. Was uns als Eltern hier besonders gefällt ist, dass tatsächlich alle Fahrten kostenlos sind. Das inkludiert auch die elektrischen Wackelautos, -helikopter und -tiere, wie man sie aus Einkaufszentren kennt. Super.
Wir verbringen einen entspannten, ereignisreichen Tag hier. Als Gast mit gebuchter Lodge dürfen wir sogar noch bis 22 Uhr bleiben. Alle normalen Gäste müssen um 17.30 Uhr draußen sein. Wir haben die Spielplätze und Trampoline nun für uns allein. Momo kann hüpfen und toben so viel und so lange er will. Müde fallen wir alle ohne am Abendbuffet eingetrocknete Saucen oder kalte Gummi-Fischstäbchen gegessen zu haben ins Bett und schlafen rasch ein. War doch ganz schön hier.
Morgen sehen wir uns nach dem Frühstück nochmal ohne Eintrittskarte bis 10 Uhr (da öffnet der Park offiziell) den Park an und machen uns fertig für unsere Fahrt nach Rügen. Wir freuen uns auf 6 Tage Sand, Strandkörbe, Fischbrötchen, Meer und Sonne.

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