Sandbad und Amsterdam

von Jacob

Wir starten unseren Tag der Abreise aus Brügge mit einem ausgiebigen Besuch am Spielplatz. Die Fahrt nach Amsterdam wird ca 3 Stunden dauern, da kann er sich vorher noch austoben. Momo gefallen hier die Spielplätze, die im Grunde eine riesige Sandkiste mit Klettergerüst in der Mitte sind. Wie ein Spatz bei der Morgentoilette badet er sich im Sand , dass der Sand in alle Richtungen fliegt und wuzelt sich wie ein Vanillekipferl im Zucker herum. Autos werden als Piratenschatz vergraben und nicht mehr gefunden. Komplett schmutzig geht’s ab ins Auto.

dreckspatz

Unser Garmin Navigationssystem ist offensichtlich kein Belgier. Es schickt uns immer wieder falsch innerhalb Brügge hin und her. Kreisverkehr hin und gerade aus. Bitte wenden. Andere Richtung, jetzt links, nein doch nicht dieses links. Lieber doch das Andere. Die Straßen gibt es ja wohl erst seit 600 Jahren, vielleicht zu neu für die erst vor zwei Wochen upgedateten Navi-Karten. Wir folgen letztendlich meinem brieftaubengleichen Orientierungssinn und schaffen es schließlich nach insgesamt 30 Minuten Zeitverlust auf die Autobahn Richtung Amsterdam.

In Amsterdam regieren Radfahrer die Stadt. Autofahren macht da keinen Spaß mehr, jedes Abbiegen verursacht bei mir Schweißausbrüche, die Räder schießen aus allen Himmelsrichtungen an uns vorbei. Fortbewegung zu Wasser macht da schon mehr Spaß. Eine Grachtenrundfahrt gehört ja auch zum ordentlichen Touristen-Programm. Der Kapitän gibt uns Geheimtipps wo wir im Rotlichtviertel die ältesten im Dienst befindlichen Damen finden und welche Coffee-Shops die besten Hasch-Brownies verkaufen. Sehr freundlich diese Holländer.

Nach der Fahrt bahnen wir uns zu Fuß unseren Weg durch  Altstadt mit Rotlichtviertel und besichtigen diverse Plätze und Brücken. Moment, Moment, Moment…mit dreijährigem Momo durch das Rotlichtviertel? Richtig gelesen. War aber kein Problem. Momos Prioritäten lagen eindeutig auf den vielen Straßenampeln (Wir müssen immer warten bis sie wieder rot sind) sowie Verbots- und Gebots-Schildern, die aufgestellt wurden.

Momo: „Papa was heißt das Schild da?“
Ich: „Man darf hier keinen Alkohol trinken!“
Momo: „Mama was steht auf dem Schild dort?“
Mama: „Hier steht ‚Bitte nicht hinpinkeln oder brechen. Hier wohnen Menschen.‘“
Momo ganz aufgeregt: „Papa!! Da darf man nicht speiben oder kotzen!“

Holla! Wo hat er denn das gelernt? Sicher nicht von uns. Das kann gar nicht sein. Uns kommt doch nur gepflegtes Burgtheaterdeutsch über die Lippen. Oder so.

Auf einem Spielplatz in der Gegend bei unserem Hotel trifft Momo zwei Buben mit denen er sich auf Anhieb gut versteht. Es wird wieder im Sand gebadet, Sand in die Luft geschossen und in den Haaren verteilt. Wir nehmen‘s gelassen, nach dem Spielplatz-Look von heute Vormittag steht sowieso Badewanne am Plan. Die beiden anderen Mütter wirken weniger entspannt, lassen den Kindern aber den Spaß.

Amsterdam hat gerade für kleinere Kinder sehr schöne Spielplätze zu bieten, wir haben uns im Internet die Besten rausgesucht und der Reihe nach angesehen. Das Kinder-Wissenschaftsmuseum NEMO kann man auch fast als Spielplatz bezeichnen. Wir haben fast einen ganzen Tag darin verbracht und auch Mama und Papa ist nicht langweilig geworden.

In Summe haben wir zweieinhalb entspannte Tage hier verbracht. Viel zu wenig für eine so große Stadt mit so vielen netten Ecken. Wir drei sind uns jedenfalls einig: Amsterdam wir wollen wieder kommen!

Puke Nemo


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